Zukunft
Neue Strategie, altes Filialnetz: Wie die AKB in den nächsten vier Jahren weiter wachsen will

Die Credit Suisse hat nicht nur das Ende der NAB beschlossen, sondern auch 18 von 30 gemeinsamen Filialen im Aargau gestrichen. Anders die AKB: Sie will auch künftig an ihren 32 Filialen festhalten. Was sie darüber hinaus tut, um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern.

Sébastian Lavoyer
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Die Aargauische Kantonalbank (AKB) will auch in Zukunft physische Präsenz markieren. Sie hält nicht nur an ihrem Hauptsitz (im Bild) in Aarau fest, sondern an allen 32 Standorten im Kanton Aargau. Ganz im Gegensatz zur Credit Suisse.

Die Aargauische Kantonalbank (AKB) will auch in Zukunft physische Präsenz markieren. Sie hält nicht nur an ihrem Hauptsitz (im Bild) in Aarau fest, sondern an allen 32 Standorten im Kanton Aargau. Ganz im Gegensatz zur Credit Suisse.

Chris Iseli

So forsch die Aargauische Kantonalbank (AKB) zuletzt um die Gunst der Kunden der ehemaligen Neuen Aargauer Bank (NAB) warb, so zahm liest sich das Strategiepapier der AKB für die kommenden vier Jahre. Evolution statt Revolution – so bringt es die Bank selbst auf den Punkt. Doch im Gegensatz zur Credit Suisse, die nicht nur das Ende der NAB beschloss, sondern auch 18 von 30 gemeinsamen Filialen strich, will die AKB an ihren 32 Standorten festhalten. «Wir bieten auch abseits der Zentren die Möglichkeit für persönliche Beratungen», sagt AKB-Direktionspräsident Dieter Widmer. Warum?

«Noch immer werden über 90 Prozent der Kontoeröffnungen in einer Filiale gemacht.»

So die Erfahrungen von Dieter Widmer aus dem Banken-Alltag. Natürlich trage man den digitalen Bedürfnissen der Kundschaft Rechnung. Aber selbst bei den heutigen Jungen ist er überzeugt, dass irgendwann das Bedürfnis nach persönlichem Kontakt kommt. Wenn es um die Realisierung des Traums vom Eigenheim geht zum Beispiel. Oder um die Altersvorsorge, die durch die Langlebigkeit und die damit verbundene Herausforderung der Sozialversicherungen an Bedeutung gewinnen wird.

AKB-Direktionspräsident Dieter Widmer ist überzeugt, dass trotz Digitalisierung und Corona noch immer ein grosses Bedürfnis nach physischem Kontakt da ist.

AKB-Direktionspräsident Dieter Widmer ist überzeugt, dass trotz Digitalisierung und Corona noch immer ein grosses Bedürfnis nach physischem Kontakt da ist.

Sandra Ardizzone

Die AKB-Strategie auf Wesentliche reduziert: nachhaltig, smart, persönlich

Um den gesellschaftlichen Entwicklungen Rechnung zu tragen und das künftige Gedeihen der Bank zu garantieren, hat die AKB drei strategische Hauptstossrichtungen definiert. Sie schreibt: «Wir denken nachhaltig, agieren smart und handeln persönlich.» Beginnen wir hinten: das Persönliche. Nah am Kunden, nah am Menschen – jede Bank, jedes Unternehmen würde das heutzutage von sich verlangen.

Dann das smarte Handeln. Der Link zum Digitalen ist offensichtlich. Es gehe aber nicht nur darum, sondern man wolle auch Prozesse vereinfachen. «Das ist die Basis, um zu digitalisieren», erklärt Widmer. Und da will man in den nächsten vier Jahren einen grossen Schritt nach vorne machen. Denn digitalisieren bedeutet auch Kosten sparen. Und das muss in einem Umfeld tiefer Zinsen und damit schwindender Margen jede Bank. Insbesondere auch, weil neue Fintech-Unternehmen die bestehenden Geschäftsmodelle herausfordern.

Engagement zugunstens der Aargauer Bevölkerung ausbauen

Zu guter Letzt die Nachhaltigkeit, ein Modethema. Der Klima-Jugend sei Dank. Ihrer Jugendlichkeit ist es geschuldet, dass das Thema nicht so schnell vom Tisch sein wird. Es erstaunt also wenig, wenn Widmer sagt:

«Wir wollen die nachhaltigste Bank im Kanton Aargau werden.»

Was er darunter versteht? Weit mehr als CO2-Neutralität. Die AKB kompensiert ihren CO2-Ausstoss schon seit 2013. Nachhaltig hat im Verständnis der AKB auch eine soziale und eine unternehmerische Dimension. Widmer: «Wir wollen unser Engagement zugunsten der Bevölkerung im Aargau ausbauen.» Noch sei nichts spruchreif, aber die AKB wolle zur Aufwertung des Lebensraums Aargau beitragen.

Das sagt die Regierung zur neuen Strategie der AKB

Landammann und Finanzdirektor Markus Dieth ist überzeugt, dass die AKB mit dieser Strategie «gut für die Zukunft gerüstet» ist. Der Fokus auf Kundennähe und Digitalisierung sowie die Tatsache, dass man Marktchancen aktiv angehe – wie aktiv zeigt sich, seit die CS das Ende der NAB kundtat –, seien eine «gute Grundlage für gesundes Wachstum». Dieths Fazit: «Die AKB ist eine starke Bank der Aargauerinnen und Aargauer.»