Unterentfelden

Nerds und Spielefans können sich freuen: «World of Games» wird fünf Mal grösser

Zügeln: Anita Jakob (l.), Social-Media-Managerin, Christian Wyler, Mitglied der Geschäftsleitung, und Kayleigh Flury, Marketingmanagerin, im alten «World of Games».

Zügeln: Anita Jakob (l.), Social-Media-Managerin, Christian Wyler, Mitglied der Geschäftsleitung, und Kayleigh Flury, Marketingmanagerin, im alten «World of Games».

«World of Games» beschäftigt 40 Personen und erzielt 25 Mio. Fr. Umsatz. Die Firma ist inzwischen zum schweizweit grössten Online-Handelsunternehmen von Spielen geworden – und der einzige Laden des Unternehmens beim Fressnapf zu klein für die Auswahl.

World of Games. Die Welt der Spiele. Der Gameshop ist momentan in einem 100 Quadratmeter grossen Ladenlokal am Schinhuetweg in Unterentfelden untergebracht. Im Gebäude neben dem Fressnapf stapeln sich PC-, Konsolen- und Brettspiele, Bücher, Filme, Fanartikel und Figuren. Es entsteht der Eindruck, das gesamte Sortiment des Shops ist hier verkaufsbereit ausgestellt. Doch weit gefehlt. Gegenüber, im Gebäudekomplex bei Coop und Vögele Shoes, hat World of Games auf weiteren 1800 Quadratmeter seine Büroräume und das Lager. «Im Laden zeigen wir nur ausgewählte Produkte aus unserem Bestand, also knapp 15 Prozent», sagt Christian Wyler (45), Mitglied der Geschäftsleitung.

Sein Bruder, Michael Wyler, gründete die Firma im Jahr 1994 im Wohnzimmer der Eltern. Innerhalb von 25 Jahren hat sich das Unternehmen stark verändert. World of Games hat inzwischen 40 Angestellte, verkauft pro Jahr rund 300 000 Spiele und macht einen Umsatz von 25 Millionen Franken. Drei Jahre nach der Gründung entstanden der erste Laden und der Online-Shop. Kunden sollten von zuhause aus Spiele bestellen können. Vor allem die Entwicklung der Branche spielte den beiden Brüdern in die Karten: so kamen die ersten Playstation-Konsolen auf den Markt und die DVD verdrängte die VHS-Kassette.

Umzug in ehemaligen OVS-Laden

World of Games ist inzwischen zum schweizweit grössten Online-Handelsunternehmen von Spielen geworden – und der einzige Laden des Unternehmens beim Fressnapf zu klein für die Auswahl. «Der Laden befindet sich jetzt zwölf Jahre hier», sagt Marketingmanagerin Kayleigh Flury. «Alles ist ziemlich verdrückt, wir können die Produkte nicht mehr so gut präsentieren.» Also wird in den nächsten Tagen gezügelt – aber nicht weit weg. Zwischen Coop und Vögele Shoes wurde ein Ladenlokal frei, als der Schweizer Ableger der italienische Modemarke OVS im letzten Sommer bankrott ging. World of Games schlug zu. «Die Lage ist für uns ideal», sagt Christian Wyler. «Vor allem, weil wir direkten Zugang zum Lager haben.»

Das neue Lokal ist mehr als fünf Mal so gross wie das alte, sieht heller und moderner aus. Noch ist es leer – bis auf ein paar zerlegte mannshohe Action-Figuren und grosse Leuchtreklamen. Im neuen Lokal werden den Kunden nun nicht mehr nur 15 sondern fast 30 Prozent des Sortiments gezeigt, die Bücher bekommen mehr Platz und es können Release-Events gefeiert werden.

Unterentfelden treu bleiben

Momentan macht World of Games 90 Prozent des gesamten Umsatzes mit dem Onlinehandel, der Rest wird über den Laden abgesetzt. «Diese Zahlen bleiben immer in etwa gleich», sagt Flury. Trotz konstanter Zahlen muss nun für eine Viertelmillion umgezogen werden. «Das Lokal beim Fressnapf war eigentlich schon bei unserem Einzug etwas zu klein», sagt Flury. Neu sind Bücher auf dem Vormarsch, wie Mangas, Anime, Sci-Fi oder Comics. «Die nehmen auch viel Platz weg.» World of Games – der Nerd-Himmel versteckt in Unterentfelden? Christian Wyler: «Mit 60 000 Artikeln aller Art haben wir einen speziellen Mix und ziehen verschiedene Kunden an, die verschiedene Bedürfnisse haben.» Dem müsse man entgegenkommen. Ausserdem beobachte er, dass es den Leuten trotz Digitalisierung immer noch wichtig ist, ein Produkt in den Händen halten zu können und fachkundig Ansprechpersonen zu haben.

Wyler fasst zusammen: «Die Konkurrenz ist stark. Aber es läuft gut bei uns.» Trotz Wachstum blieb das Unternehmen Unterentfelden immer treu. Das soll auch so bleiben. Laut Wyler sei es sehr unwahrscheinlich, dass World of Games weitere Läden in anderen Gemeinden eröffnen wird.

Grosser Eröffnungsevent?

Am 1. und 2. April werden nun alle Games, Bücher, Filme und Figuren gepackt und über die Strasse ins neue Lokal gebracht. Am Mittwoch nimmt der Laden seinen Betrieb wieder auf. Eintreten müssen die Kunden dann durch den Vögele Shoes. Einen eigenen Eingang zu bauen, sei zur Diskussion gestanden, man habe sich aber dagegen entschieden, sagt Christian Wyler. «Wir werden mit Plakaten auf uns aufmerksam machen, damit die Leute unseren neuen Standort auch sehen.»

Ein Datum, wann die Eröffnungsfeier stattfinden soll, gibt es noch nicht. Dafür aber einige Ideen. Kayleigh Flury sagt: «Im August feiern wir unser 25-Jahr-Jubiläum. Vielleicht werden wir die Events zusammenlegen. Oder vielleicht gibt es auch eine Aktionswoche.»

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