Triathlon
Natascha Badmann: «Mein Ziel war und ist kein Altersrekord»

Die 45-jährige Natascha Badmann gewann zum vierten Mal den Ironman Südafrika. Nach dem jüngsten Triumph ist die Küngoldingerin die älteste Ironman-Gewinnerin der Geschichte. Sie will noch lange weitermachen.

Richard Stoffel
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Natascha Badmann liess sich in Süfafrika auf ihrem Velo zum Sieg führen

Natascha Badmann liess sich in Süfafrika auf ihrem Velo zum Sieg führen

Keystone

Bisherige Rekordhalterin war die Brasilianerin Fernanda Keller, die mit 44 Jahren und acht Monaten den Ironman Brasilien 2008 gewann. Badmann ist bereits 45 Jahre und viereinhalb Monate alt.

Natascha Badmann, sind Sie nun als «Veteranin» wieder so gut wie vor fünf Jahren vor ihrer schlimmen Schulterverletzung?

Natascha Badmann: Ich will dies nicht vergleichen. Ich bin nicht mehr der gleiche Mensch und auch nicht die identische Person von damals. Ich brauchte auch niemandem anders als mir selber zu beweisen, dass ich nochmals zurückkommen kann. Die Motivation musste ich in mir selber finden.

Worauf führen Sie Ihr eindrucksvolles Comeback zurück?

Ich finde meine Freude darin, was ich mache. Das ist die mentale Grundlage. Andernfalls könnte ich niemals die Disziplin aufbringen, sieben Tage in der Woche für diesen Sport zu leben und auch die richtige Ernährungsweise einzuhalten.

Die Bedingungen in Südafrika waren in diesem Jahr wegen des Windes und mit den tiefen Temperaturen besonders hart.

Im Vorjahr herrschten traumhafte Bedingungen. Diesmal war es kühl, und im Radfahren hatte es viel Seiten- und Gegenwind. Doch ich sagte meiner Cheetah (Badmanns Hightech-Rad, Anm. der Red.), dass sie in Afrika zuhause sei und sich darüber freuen soll. Sie solle den Heimvorteil nutzen. Von da an lief es sehr gut.

Im letzten Oktober hatten Sie mit Platz 14 erstmals seit 2006 wie- der das Ziel auf Hawaii erreicht. Im Alter von 45 Jahren und zehn Monaten an der Ironman-WM auf Hawaii noch in die Top Ten zu kommen, das hat in Kona noch niemand geschafft. Ist dies Ihr grosses Ziel?

Mein Ziel war und ist nicht ein «Altersrekord». Mein Ziel nach dem Radsturz und der langwierigen Schulterverletzung auf Hawaii war, nicht am Boden zu bleiben, sondern aufzustehen. Wenn ich damals aufgegeben hätte, dann wäre der Rest des Lebens vielleicht nicht mehr so glücklich gewesen. Ich wollte nochmals aufrecht die Ziellinie in Hawaii überqueren - unabhängig von der Rangierung. Ich wollte das bestmögliche Rennen machen, das ich am betreffenden Tag machen kann. Und dankbar sein, dass es wieder so gut geht.

Ihnen wurde von den Ärzten gesagt, dass Sie nie mehr einen Ironman bestreiten werden.

Aber ein Osteopath sagte mir auch, dass mir alles wehtun würde, wenn ich aufhören würde, Sport zu betreiben. Eine Physiotherapeutin wiederum beschied mir, dass ich weiterhin die Schulter trainieren soll. Und Mein Trainer und Lebenspartner Toni Hasler sagte, dass das Velofahren die gute Figur erhalte. Also habe ich Toni gesagt, er soll mir für die nächsten 40 Jahre weiter Trainingspläne schreiben. Ich will nicht sagen, dass ich den Rest meines Lebens Wettkämpfe machen werde. Aber aktiv Sport treiben, das werde ich weiterhin tun.

Seit 1996 standen Sie mit zwei Ausnahmen, nämlich 1999 und 2010, ausnahmslos am Start des legendärsten Langdistanz-Triathlons der Welt. Jetzt können Sie die Teilnahme in Hawaii ein weiteres Mal planen, nachdem in gewissen Medien bereits im Vorjahr Ihre letzte Teilnahme auf Big Island angekündigt worden ist. Wie sehen Sie Ihre Perspektiven?

Ich kann mir meiner Qualifikation aufgrund der neuen Richtlinien mit dem Ranking und der entsprechenden Punktzahl noch nicht sicher sein. Deshalb schaue ich noch nicht so weit voraus. Im Vordergrund steht nun die Regeneration. Ein Thema als nächster Wettkampf ist allenfalls ein Start am 70.3 Ironman von Anfang Juni in Rapperswil- ona.

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