Endlager
Nagra wehrt sich gegen Kritik: «Wir haben nichts verheimlicht»

Der Vorwurf, es sei nicht kommuniziert worden, dass im geplanbten Endlager der Atommüll nicht nur gelagert, sondern auch umverpackt werde, lässt der Leiter der Geschäftsstelle Jura Ost (Bözberg) nicht gelten.

Daniel Meyer
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So sieht in den Konzepten der Nagra die Empfangsanlage zum Tiefenlager aus. Hier wird dereinst hoch radioaktiver Abfall umverpackt.

So sieht in den Konzepten der Nagra die Empfangsanlage zum Tiefenlager aus. Hier wird dereinst hoch radioaktiver Abfall umverpackt.

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«Wir haben nichts verheimlicht» dementiert der Sprecher der Nationalen Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra), Heinz Sager, die Vorwürfe aus der Sonntagspresse gegenüber der az. Es wurde verschiedentlich berichtet, die Nagra habe auf ihrer Website nur zurückhaltend über diese Pläne informiert, gar von bewusster Verheimlichung war die Rede.

Wer die Pläne angeschaut habe, könne nur zum Schluss kommen, dass es unvermeidbar sei, den Atommüll in den Oberflächenanlagen der Tiefenlager zu konfektionieren, «wozu er notgedrungen aus den Castor-Transportbehältern ausgepackt werden muss», sagt Gerry Thönen, Leiter der Geschäftsstelle des Standortes Jura Ost gegenüber der az. Hierzu sei eine Umverpackungsanlage unvermeidbar: «Der Atommüll kann doch nicht in den Castor-Behältern direkt durch den Zugangstrunnel ins Endlager herunterfahren.» Die Region Jura Ost hätte an ihren Informationsveranstaltungen nie verschwiegen, dass der Atommüll umverpackt werden müsse.

«Gänzlich ungefährlich»

Die Umverpackung der hochradioaktiven Brennelemente wäre Sache der Roboter in einem Oberflächigen Hochsicherheitsgebäude, das bewacht, gegen Terroranschläge und gegen Flugzeugabstürze geschützt sowie strahlensicher sein muss. Das eigentliche Tiefenlager soll sich dabei - verbunden mit einem Tunnel- im Falle es Bözberges in etwa 5 Kilometer Tiefe im Inneren des Berges befinden. Eine solche Umverpackungsanlage sei überdies «gänzlich ungefährlich», sagte Nagra-Geschäftsführer Thomas Ernst gegenüber Schweizer Radio DRS.

Folglich werden neben der eigentlichen Standortgemeinde des Tiefenlagers auch weitere Gemeinden vom Endlager betroffen sein. Mit entsprechend mehr Widerstand seitens der Gemeinden ist zu rechnen. Wohl deshalb bringt die Nagra eine weitere Variante ins Spiel: Die Brennelemente könnten bereits im Zwischenlager Würenlingen (ZWILAG) in die Tiefenlager-Behälter umverpackt werden. Dort steht bereits ein entsprechendes Hochsicherheitsgebäude. Doch diese Lösung hat einen Haken: Der Transport von Würenlingen ins Endlager. Denn die Tiefenlager-Behälter sind für den Transport nicht genügend strahlungssicher und die Transportbehälter ihrerseits sind wiederum ebenso wenig geeignet für die Endlagerung. So oder so, diese Idee macht den Kanton Aargau wieder attraktiver als Standort für ein mögliches Endlager.

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