Tiefenlager – Die Vorschläge
Nagra schlägt 20 Standorte für Oberflächenanlagen vor

Für die noch sechs mögliche Atommüll-Tiefenlager hat die Nationale Gesellschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) dem Bund jetzt erste Vorschläge für die Standorte der Oberflächen-Gebäude eingereicht. Es sind 20 Vorschläge.

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Mögliche Oberflächenanlage bei einem Tiefenlager (Visualisierung)

Mögliche Oberflächenanlage bei einem Tiefenlager (Visualisierung)

Diese Anlagen sind der an der Oberfläche sichtbare Teil der Lager. Pro Lager gibt es mehrere solche oberirdische Gebäude. Als mögliche Tiefenlager-Standorte kommen zurzeit noch die Gebiete Jura-Ost (ehemals Bözberg AG), Jura-Südfuss (AG), Nördliche Lägern (AG/ZH), Südranden (SH), Wellenberg (NW) und Zürich Nordost (ZH) in Frage.

Folgende Standorte schlägt die Nagra jetzt vor:

Für den Standort Jura-Südfuss: Suhr und Kölliken im Aargau und zwei Anlagen im solothurnischen Däniken

Fürs Tiefenlager Jura Ost: Hornussen, Bözen/Effingen, Villigen/Böttstein, Würenlingen

Fürs Tiefenlager Nördlich Lägern: Melikon/Rekingen, Weiach und zwei Anlagen in Glattfelden

Fürs Tiefenlager Südranden: Wilchingen und zwei Anlagen in Beringen

Fürs Tiefenlager Zürich Nordost: Schlatt, Rheinau/Marthalen und zwei in Marthalen,

Fürs Tiefenlager am Wellenberg: Wolfenschiessen

Die Standortvorschläge für die oberirdischen Gebäude sind Teil der zweiten Etappe bei der Auswahl für die künftigen Tiefenlager. Im Dezember reichte die Nagra die Vorschläge beim Bund ein. Am Freitag präsentierten die Nagra und das Bundesamt für Energie (BFE) die Vorschläge in Bern. Als nächster Schritt sollen die Vorschläge nun mit den betroffenen Regionen diskutiert und überarbeitet werden. Ziel ist es, pro möglichem Tiefenlager einen Standort für eine Oberflächen-Anlage zu definieren.

Zu den Oberflächenanlagen gehören zum Beispiel Betriebs- und Administrationsgebäude, Lüftungs- und Bauschächte sowie Zufahrten und Schienenanschlüsse. Aber es können dort auch radioaktive Stoffe zwischengelagert und umgeladen werden.

Ein definitiver Entscheid des Bundesrats - vor der Zustimmung des Parlaments und absehbarer Referendumsabstimmung - soll spätestens in zehn Jahren fallen.