Tiefenlager
Nagra muss vorläufig nicht weiterbohren

Bei der Suche nach Standorten für die Lagerung radioaktiver Abfälle muss die Nagra keine weiteren Sondierbohrungen durchführen. Dem Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI reichen die vorliegenden Kentnisse zur geologischen Beschaffenheit.

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Zugangsbereich zum Lager für schwach- und mittelaktive Abfälle in Forsmark, Schweden

Zugangsbereich zum Lager für schwach- und mittelaktive Abfälle in Forsmark, Schweden

In einem nächsten Schritt muss die Nagra eine provisorische Sicherheitsanalyse zu den möglichen Standorten für Tiefenlager für radioaktive Abfälle vorlegen. Sie konnte nachweisen, dass sie dafür über genügend Informationen zur Geologie verfügt, wie das ENSI in einer am Montag veröffentlichten Stellungnahme schreibt. Weitere erdwissenschaftliche Untersuchungen seien nicht nötig.

Mit dem Sachplan geologische Tiefenlager sollen bis etwa 2020 Standorte für je ein Lager für schwach- und mittelradioaktive sowie für hochradioaktive Abfälle gefunden werden. Zur Diskussion stehen derzeit Wellenberg (NW), Jura Ost (Bözberg AG), Jura-Südfuss (SO/ AG), Nördlich Lägeren (AG und ZH), Südranden (SH) und Zürich Nordost (Zürcher Weinland).

Bundesrat entscheidet im Herbst

Im Herbst 2011 entscheidet der Bundesrat, welche der sechs möglichen Standorte im Auswahlverfahren bleiben. Zu diesen muss die Nagra dann sicherheitstechnische Analysen erstellen und mindestens vier Standorte für Tiefenlager vorschlagen.

Nach weiteren vertieften Untersuchungen sollen bis etwa 2020 Rahmenbewilligungsgesuche für beide Lagertypen vorliegen. Der Entscheid des Bundesrats über diese Gesuche müssen vom Parlament genehemigt werden und unterstehen dem fakultativen Referendum.(rsn)