Zofingen
Nach Warnung an Juso: SP boykottiert SVP-Politarena

Die SP nimmt nicht an der von der SVP organisierten Politarena in Zofingen teil. Sie reagiert damit auf einen Streit zwischen der SVP und den Jungsozialisten. Es ist nicht ausgeschlossen, dass auch noch andere Parteien abspringen.

Philipp Mäder
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Die SVP lädt in Zofingen zur Politarena ein (Archiv)

Die SVP lädt in Zofingen zur Politarena ein (Archiv)

Keystone

Das Oktoberfest der SVP in Zofingen vom 28./29. September steht unter einem schlechten Stern. Zum einen drohen Krawalle mit den Teilnehmern einer unbewilligten Tanz-Demonstration, die am gleichen Wochenende stattfindet. Zum anderen will die SP nun nicht mehr an der von der SVP organisierten Politarena teilnehmen, wie sie am Wochenende mitteilte.

Der Absage der SP ging ein Streit zwischen den Jungsozialisten (Juso) und der SVP voraus: Sascha Antenen, Präsident der Juso Zofingen, rief auf der Onlineseite der Aargauer Zeitung zum Boykott des SVP-Oktoberfestes auf. Die Juso ärgerte sich darüber, dass die Parteien für die Teilnahme an der Politarena 500 Franken zahlen müssen und die SVP den Anlass für ihre Propaganda missbrauche.

SVP macht Juso verantwortlich

Als Antwort schrieb die SVP Antenen einen eingeschriebenen Brief - unterzeichnet von OK-Präsident Jürg Seiler und SVP-Grossrat Christian Glur. Darin machen sie Antenen vorsorglich für allfällige Krawalle verantwortlich: «Da durch diesen Aufruf ein erhöhtes Sicherheitsrisiko für unsere Veranstaltung besteht, machen wir Sie ausdrücklich darauf aufmerksam, dass wir im Falle von Vandalismus, weiteren Attacken diverser Arten, etc. welche auf Ihren Boykott-Aufruf zurückzuführen sind, Sie zur vollen Verantwortung ziehen werden.»

Das wiederum wollte die SP als Mutterpartei der Juso nicht auf sich sitzen lassen und sagte am Wochenende ihre Teilnahme an der Politarena ab: «Das Zuschieben von Verantwortlichkeiten an die Juso entbehrt in diesem Falle jeder Grundlage und spricht für den politischen Stil der SVP», teilte sie schriftlich mit.

CVP überlegt sich eine Absage

Weiterhin an der Politarena teilnehmen will die FDP, wie Bezirkspräsident André Kirchhofer auf Anfrage sagt. Weniger sicher ist die CVP: «Im Moment nehmen wir teil», sagt Präsident Roger Lussi. «Ich schliesse aber nicht ganz aus, dass sich das noch ändert.» Zuerst wolle man das Gespräch mit der SVP und der ebenfalls teilnehmenden EVP suchen. FDP und CVP sind aber wie die SP nicht glücklich über die SVP-dominierte Veranstaltungsbroschüre und den Unkostenbeitrag von 500 Franken, den sie zahlen müssen.

Die SVP bedauert die Absage der SP, wie OK-Präsident Seiler sagt: «Das ist schade für die SP.» Er glaubt aber nicht, dass die anderen Parteien auch abspringen. Den Brief an die Juso verteidigt Seiler: «Wir brauchen keine Leute, die randalieren und uns das Zelt mit Juso-Klebern vollpflastern.»