Turgi

Nach Petition: Adventisten sistieren die Suche nach Missionar für Turgi

Das Projekt «HisHands» hat die organisatorische und missionarische Entwicklung der Gemeinde Turgi zum Ziel  (Symbolbild)

Das Projekt «HisHands» hat die organisatorische und missionarische Entwicklung der Gemeinde Turgi zum Ziel (Symbolbild)

Die Kontroverse um das geplante Begegnungszentrum der Siebenten-Tags-Adventisten in Turgi geht weiter. Nach einer Petition aus der Bevölkerung hat die Gemeinschaft die Suche nach einem Missionar vorderhand eingestellt.

Sind Sie älter als 20 Jahre? Sprechen Sie Deutsch? Möchten Sie ein möbliertes Zimmer mit allen notwendigen Utensilien beziehen? Möchten Sie hilfesuchende Menschen beraten? Führen Sie gerne Strassen- oder Marktaktionen durch? Wenn Sie diese Fragen mit Ja beantworten können, haben Sie die Chance, die Gemeinde Turgi missionarisch zu entwickeln, denn die Siebenten-Tags-Adventisten suchen für ihr Projekt «HisHands» in Turgi einen Missionsmitarbeiter mit sozialem Interesse.

Auf der Homepage der Adventjugend, der Nachwuchsorganisation der Siebenten-Tags-Adventisten, werden «Missionare gesucht». Als mögliche Einsatzorte sind das neue Familien- und Gemeinschaftszentrum Reinach-Wynental, das Seminarschloss Bogenhofen in Deutschland sowie die Kibidula-Farm in Tansania, ein Zentrum in Honduras, ein Spital in Äthiopien und das künftige Gemeinschaftszentrum neue Krone in Turgi aufgeführt.

Starke missionarische Ausrichtung

Die Adventisten haben für das Projekt «HisHands» in Turgi folgendes Ziel gesetzt: «Die organisatorische und missionarische Entwicklung der Gemeinde Turgi und des Gemeinschaftszentrums neue Krone.» Die Gemeindeleitung habe eine starke missionarische Ausrichtung und wünsche, dass ihre Bemühungen fruchtbarer werden, heisst es in der Begründung. In der Gemeinde soll schon eine Gruppe von interessierten Personen leben: «Sie brauchen Bibelunterricht.» Deshalb soll der Posten mit einem ausgebildeten Bibelarbeiter oder Missionsmitarbeiter mit sozialem Interesse besetzt werden. Das kann sich um einen Mann oder eine Frau handeln. Von der Person wird aber erwartet, dass sie Erfahrungen mit Hausbesuchen, Meinungsumfragen, Bibelstunden und Hauskreisleitung hat.

«Diese Aktion wurde sistiert», sagt Herbert Bodenmann, Mediensprecher der Siebenten-Tags-Adventisten. Zuerst soll nun der Entscheid der Gemeindebehörden abgewartet werden. Diese müssen einerseits über das Baugesuch und anderseits über die Petition entscheiden. Mit der von 528 Personen unterzeichneten Petition wehren sich Stockwerkeigentümer und Anwohner gegen das geplante Begegnungszentrum der Siebenten-Tags-Adventisten an der Bahnhofstrasse.

Kein Missionszentrum

Bodenmann versteht diese Haltung nicht. «Wir sind seit Jahren in Turgi, haben für unsere Gottesdienste die reformierte Kirche gemietet und niemand hat sich daran gestört.»

Erst jetzt, als sie einen eigenen Raum beziehen wollten, seien die Leute dagegen. Seit 2009 seien Jugendliche in Turgi in der Jugendarbeit tätig. Die ausgeschriebene Stelle sei denn auch eine Aktion der Adventjugend. «Turgi ist nicht als Missionszentrum vorgesehen», führt Bodenmann weiter aus.

Keine Stellungnahme zur ausgeschriebenen Stelle will Prediger Arnold Zwahlen von der Siebenten-Tags-Adventisten- Gemeinde Aarau abgeben. Er ist als Kontaktperson auf der Stellenausschreibung für Turgi angegeben und war auch beim Informationsanlass in Turgi dabei. «Ich bin nicht daran interessiert, dass etwas geschrieben wird», sagt Zwahlen.

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