Neu soll die Grösse der Bezirksschulstandorte, wie dies bei Sekundar- und Realschulstandorten der Fall ist, eindeutig festgelegt werden. Eine minimale Schulstandortgrösse soll sich dabei positiv auf die Schule und damit auch auf die Leistungen der Schülerinnen und Schüler auswirken.

Ebenso sieht die Regelung vor, dass - nach Einführung von sechs Jahren Primarschule und drei Jahren Oberstufe - auch die Bezirksschulen mindestens sechs Abteilungen umfassen müssen. Dafür ist eine Übergangsfrist von acht Jahren vorgesehen.

Keine Niveauklassen in der Oberstufe

In erster Lesung hat der Grosse Rat mit knapper Mehrheit entschieden, dass die Abteilungen der Oberstufe in maximal zwei Fächern als Niveauklassen geführt werden dürfen. Dies stellt einen Eingriff in die Struktur der Oberstufe dar, doch wurde eine Oberstufenreform mit der Vorlage «Stärkung Volksschule Aargau» bewusst nicht angestrebt. Der Regierungsrat und die Kommission halten daran fest, keine Niveauklassen einzuführen.

Regierungsrat erfüllt Forderungen der Volksinitiative

Die SVP hatte ihre Volksinitiative «Für die Stärkung der Schule Aargau» am 27. November 2008 mit 5'901 gültigen Unterschriften eingereicht. Zusammen mit der Ablehnung der Schulreform im Jahr 2009 hat diese dazu geführt, dass der Regierungsrat Vorschläge zur Stärkung der Volksschule ausarbeitete. Die Vorlage «Stärkung der Volksschule Aargau» stimmt mit der Stossrichtung der Initiative überein. Demnach sind die bestehenden schulischen Strukturen zu stärken, Kindergarten, Primarschule und dreigliedrige Oberstufe mit Bezirks-, Sekundar- und Realschule beizubehalten, die Realschule besonders zu fördern sowie Bildungsziele und Lehrpläne interkantonal abzustimmen. Aus Sicht des Regierungsrats sind damit die Anliegen der Volksinitiative erfüllt. Die BKS folgte nun der Empfehlung des Regierungsrates, die Initiative abzulehnen, deutlich.

Abstimmung voraussichtlich im nächsten Frühling

Die Beratung der beiden Geschäfte im Grossen Rat ist auf den 8. November 2011 angesetzt. Die Aargauer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger werden voraussichtlich am 11. März 2012 über die beiden Vorlagen abstimmen können. (dme)