Mittelschülerboom
Mittelschulen: Die Baracken kommen (wieder)

Die Kantonsschulen plagt Raumnot. Deshalb sollen auf das Schuljahr 2012/13 hin in den Städten Aarau, Baden, Wettingen und Wohlen Provisorien entstehen - für fünf Jahre.

Hans Fahrländer
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Kanti Wettingen, schön renoviert, Platz knapp. Chris Iseli

Kanti Wettingen, schön renoviert, Platz knapp. Chris Iseli

Für das Schuljahr 2011/12 ist es noch einmal gut gegangen: Durch Zumietung von Räumen in Wettingen und einzelne Umplatzierungen konnten die sechs aargauischen Mittelschulen in Aarau (2), Baden, Wettingen, Wohlen und Zofingen die 11 zusätzlichen Abteilungen, die durch stark steigende Mittelschülerzahlen notwendig wurden, knapp schlucken. Doch für das folgende Schuljahr 2012/13 künden sich bereits wieder 10 bis 12 zusätzliche Abteilungen an. Und der Trend setzt sich fort.

Der Kanton hat nun im jüngsten Amtsblatt eine Ausschreibung unter dem Titel «Schulraumprovisorien Mittelschulen Aargau» platziert.

In Aarau, Baden, Wettingen und Wohlen werden je rund 2400 Quadratmeter Bruttogeschossfläche benötigt, total 9600 Quadratmeter. Das entspricht knapp 60 Räumen – 15 pro Schulort – für Unterrichtszimmer, Gruppen-, Lehrer- und Nebenräume. An einzelnen Standorten werden zudem Provisorien für Turnunterricht notwendig. Sie werden zugemietet und sind nicht Gegenstand der Ausschreibung.

«Den Begriff Baracke verwenden wir eigentlich nicht»

Aus der Erkenntnis, dass definitive Lösungen bis Anfang August 2012 nicht realisierbar sind, setzt der Kanton im Moment auf Provisorien. Gefordert sind für eine Zeit von «etwa 5 Jahren» modulare, polyfunktionale Systembauten, die sich demontieren und andernorts wieder aufbauen lassen. Der Kanton will «ausschliesslich Mietangebote mit späterer Kaufmöglichkeit oder Rückgabe». Damit will er flexibel auf Schülerentwicklungen reagieren können. Er hat eine Raumbedarfsprognose für den gesamten Bereich Mittelschulen und Berufsbildung in Auftrag gegeben. Im Herbst sollen erste Ergebnisse vorliegen.

Wiederholt mussten in der Vergangenheit temporäre Baracken in Mittelschularealen aufgestellt werden. Nun kommen sie also wieder. «Den Begriff Baracke verwenden wir eigentlich nicht», sagt Irene Richner, Kommunikationschefin des Bildungsdepartements, «es tönt so nach Holzhüsli. Provisorien, wie wir sie verstehen, erfüllen höhere Ansprüche, punkto Atmosphäre, Funktionalität und Technik.»

Die Regierung hat einen Kredit für das Planungsverfahren gesprochen. Je nach Kostenhöhe des Ausführungsprojektes kommt das Geschäft zur Genehmigung in den Grossen Rat. Zurzeit ist über die Kosten, aber auch über Platzierungsfragen – im Kloster Wettingen zum Beispiel ist das Aufstellen von Provisorien gewiss nicht unheikel – noch nichts bekannt. «Es handelt sich um ein zweistufiges Ausschreibeverfahren», sagt Irene Richner. «In einer ersten Phase suchen wir Interessenten für die Ausführung. In einer zweiten Phase geht es dann um die eigentlichen Projekte.»

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