Milchindustrie

Milchverarbeiter MIBA mit halbiertem Jahresgewinn

Die Milch-Käufe der Miba sanken 2010 um 0,4 Prozent. (Symbolbild)

Die Milch-Käufe der Miba sanken 2010 um 0,4 Prozent. (Symbolbild)

Der Nordwestschweizer Milchverband MIBA verbucht für 2010 einen Jahresgewinn von 175'000 (Vorjahr: 363'000) Franken. Der Gesamtertrag sank auf 167,7 (175,7) Mio. Franken. Die Milch-Käufe sanken leicht um 0,4 Prozent auf insgesamt 253 Mio. Kilogramm.

MIBA-eigene Wohnliegenschaften mit zusammen 160 Wohnungen steuerten im vergangenen Jahr bei einem Bruttoertrag von rund 3 Mio. einen Reinertrag von 1,5 Mio. Fr. bei - mehr als das Achtfache des Jahresgewinns. Von 0,6 auf 1,3 Mio Fr. mehr als verdoppelt hat sich derweil der Finanzaufwand, wie aus dem am Wochenende publizierten Jahresbericht hervorgeht.

Die MIBA mit Sitz in Aesch BL vermarktet laut eigenen Angaben rund einen Sechstel der Schweizer Molkereimilch. Grösste Milchabnehmer der MIBA blieben die Emmi Gruppe und die ELSA Estavayer Lait; daneben beliefert die MIBA auch Hochdorf Nutritec, Cremo, Nestlé und Vallait.

Gegen Schweizer Trend

Die MIBA hat Mitglieder in den Kantonen Aargau (2010 insgesamt 208 Höfe), Baselland (381), Basel-Stadt (2), Bern (208), Jura (512) und Solothurn (503). Dem leichten Rückgang der MIBA-Milchmenge um 0,4 Prozent steht eine 0,7-prozentige Zunahme der landesweiten Milchmenge gegenüber.

Von ihren insgesamt 253 Mio. Kilo vermarkteter Milch stammen 86 Prozent aus konventioneller Landwirtschaft, 8 Prozent sind Bergmilch, 5 Prozent Biomilch und 1 Prozent silofrei. Der zuvor konstante Biomilch-Anteil sei trotz grosser Nachfrage um 4 Prozent zurückgegangen, heisst es im Jahresbericht ohne Erklärung.

Im Übrigen hat die MIBA - deren Bauern weiter unter erodierenden Erträgen und Margen leiden - Mitte 2010 ihre Milchtransporte nach Estavayer von der Schiene auf Lastwagen umgestellt. Markant erhöhte SBB-Tarife haben laut Jahresbericht dazu geführt. Konkret geht es um 140 Tonnen Milch im Tag, die zweimal täglich in Sattelschleppern transportiert werden.

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