Berufsschule Baden

Mensa soll in Zukunft ausschliesslich von Lernenden geführt werden

Restaurant und Bistro der Berufsschule Baden werden ab August 2021 komplett von Auszubildenden geführt.

Eigentlich ist es ein Anlass zu ihren Ehren. Denn Alessio Michelli und Lars Poltera sind die beiden ersten Lehrlinge der SV Group, die in Zukunft mithelfen sollen, die Mensa in der Badener Berufsschule BBB zu führen. In der Aula wurde das Projekt am Donnerstag der Öffentlichkeit vorgestellt, auch Regierungsrat Alex Hürzeler überbrachte wohlwollende Grüsse aus dem Bildungsdepartement.

Doch Alessio und Lars sind beschäftigt. Sie haben den anschliessenden Apéro geplant und vorbereitet, gemeinsam mit weiteren Lehrlingen der SV Group servieren sie ihn den Gästen. Dabei bewegen sie sich routiniert: Bereits seit August 2019 arbeiten sie in der Mensa; Alessio als angehender Fachmann für Systemgastronomie und Lars als angehender Koch. Seitdem führt die SV Group, die schweizweit mehr als 300 Mensen und Mitarbeiterrestaurants betreibt, das Restaurant und das Bistro der Berufsschule in Baden – in Zukunft gänzlich als Lernenden-Restaurant.

Alessio Michelli, 2. Lehrjahr, schildert seinen Arbeitsalltag

Alessio Michelli, 2. Lehrjahr, schildert seinen Arbeitsalltag

 

In einer Übergangsphase arbeiten Lars und Alessio noch mit den bisherigen Mitarbeitern zusammen. Geplant ist, dass immer mehr von den jährlich rund 100 Lernenden der SV Group in das Restaurant eingebunden werden. Bis August 2021 soll der Mensabetrieb komplett von insgesamt neun Lernenden geführt werden. Komplett, das heisst: Küche, Kasse, Bedienung, Catering, Planung der Menüs, Bestellungen – alle Aufgaben, die in einer Mensa nun mal anfallen. Und von den Lernenden geführt, das bedeutet: unter Anleitung von drei Berufsbildnern.

«Ganz ohne Berufsbildner wäre die Führung eines Betriebs rein rechtlich nicht möglich», sagt Timo Rüsch, Account Manager bei der SV Group. «Man muss es sich wie im Orchester vorstellen: Die Berufsbildner sind die Dirigenten, die den Lernenden die Leitplanken geben, damit sie sich entfalten können.» Allerdings ist auch angedacht, dass die Lernenden im dritten Lehrjahr neue Lehrlinge an die Hand nehmen und helfen, sie in den Betrieb einzuführen. Rüsch: «Es soll sich eine Eigendynamik entwickeln und die Lernenden sollen in ihrer Selbstständigkeit gefördert werden.»

Kritik, dass sich die SV Group bei dem Projekt einfach auf ‹billige Arbeitskräfte› stütze, lässt er nicht gelten: «Lehrlinge kosten uns nicht weniger als andere Mitarbeitende. Sie müssen in die Schule, haben also Ausfallzeiten – auch diese Kosten müssen bedacht werden.» Die SV Group erhofft sich, durch das Lernenden-Restaurant die Ausbildungen im Gastronomie-Bereich attraktiver zu gestalten.

«Berufsschule kann sich dem Unterrichten widmen»

Für die Berufsschule Baden bietet das Lernenden-Restaurant eine praktische wie innovative Lösung. Zuvor hatte die Schule das Restaurant selbst geführt, sich dann aber entschieden, es an einen externen Partner zu übergeben, erklärt Rektor Rolf Häner. «Wir können uns unserem Kerngeschäft, dem Unterrichten, widmen und wissen das Restaurant dank der engen Partnerschaft mit SV Group in guten Händen.»

Im Austausch mit der SV Group sei dann die Idee des Lernenden-Restaurants entstanden. Häner ist damit sehr zufrieden: «Somit können wir noch einen weiteren Beitrag zur Attraktivität der Berufsbildung leisten.» Dass das Konzept gut funktioniere, habe bereits die Probephase seit August bewiesen.

Häner freut sich auch, dass die Lernenden in der gleichen Schule unterrichtet werden, in der sie ihre Ausbildung machen. Lediglich Fachpersonen für Systemgastronomie können nicht an der BBB unterrichtet werden.

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