Ergänzen Sie den Satz: Sommer ist . . .

. . . die Phase zwischen zwei Spielzeiten. Die Zeit scheint still zu stehen. Ein bisschen wie Weihnachten – eine Zäsur, die den zyklischen Ablauf des Kalenderjahres erlebbar macht. Arbeiten im Sommer ist wie arbeiten an einem Sonntag – alle scheinen im Urlaub, und niemand stört einen.

Welchen Geruch hat Sommer für Sie?

Kindheitserinnerungen: Parmaschinken, Kaugummi, Kaffee, Glace – alles zusammen, wie in den kleinen italienischen Lädeli am Strand oder auf dem Campingplatz. Oder Pinienduft, aber auch kühle, frische Bergluft.

Ziehen Sie den Sommer den anderen Jahreszeiten vor?

Wenn die Temperatur nicht tiefer als 19 Grad und nicht höher als 25 Grad liegt, dann vielleicht. Grundsätzlich sehe ich es aber als Privileg, an einem Ort zu leben, wo alle vier Jahreszeiten ausgeprägt sind. Diese klimatische Abwechslung schätze ich sehr.

An wen denken Sie beim Wort «Sommer»?

Dazu kommt mir auch nach langem Nachdenken keine bestimmte Person in den Sinn.

Welchen Sommer Ihres Lebens werden Sie nie mehr vergessen?

Meine prägendsten Sommer-Erlebnisse hatte ich in den Orchesterlagern am Bodensee während meiner Schulzeit. Den ganzen Tag haben wir nur Musik gemacht. Morgens und abends Orchesterproben, dazwischen Kammermusik, und das zehn Tage lang. Klingt eintönig, war für uns aber das Grösste.

War der Sommer in Ihrer Kindheit anders als heute?

Er schien mir viel länger. Es ging so weit, dass es mir in den damals noch sieben Wochen Sommerferien langweilig wurde und ich mich ab der fünften Woche wieder auf die Schule freute.

Was soll Ihnen der Sommer 2013 bringen?

Zehn Tage Ferien mit meiner Familie in Südfrankreich, ohne Handy und Internet.

Was möchten Sie diesen Sommer unbedingt tun oder auf keinen Fall verpassen?

Einfach nur zehn Tage Ferien mit meiner Familie in Südfrankreich, ohne Handy und Internet!

Der Kultursommer ist geprägt von zahlreichen Festivals von Boswil bis Bayreuth, vom Heitere bis St. Gallen, von Lenzburg bis Avignon. Gehen Sie hin, haben Sie ein Lieblingsfestival?

Die Sommerferien der letzten Jahre verbrachte ich mit der Durchführung der Waldhaus-Konzerte Flims, welche ich vor fünf Jahren zusammen mit dem Intendanten Marcus Bosch gegründet hatte und seither als Geschäftsführer leite. Natürlich mein Lieblingsfestival! Der Jugendstilsaal des «Waldhauses» Flims ist der schönste Konzertsaal der Alpen und liegt inmitten der wunderschönen Bündner Berglandschaft.

Welches Festival werden Sie nie mehr besuchen?

Sofern gute Musik gut gespielt wird, ist jedes Festival einen Besuch wert.

Wie heisst Ihr liebster Sommer-Roman?

Den kann ich konkret nicht benennen. Irgendetwas leicht Verdauliches in der Art von Stephen King oder John Grisham – falls die Ferien lange genug sind, könnte es aber auch durchaus das «Foucaultsche Pendel» von Umberto Eco oder Thomas Manns «Zauberberg» sein.

Welchen Titel würde Ihr eigener Roman tragen?

«Der Besentanz auf der Greina.» Eine fiktive Geschichte mit autobiografischen Zügen. Den Besentanz würde ich aber nicht selber tanzen!

Wie heisst Ihr musikalischer Sommer-Hit der ewigen Hitparade?

Kindheitserinnerungen auch hier: Irgendeine Nummer von Gianna Nannini oder Eros Ramazzotti aus den späten 80er- oder frühen 90er-Jahren.

Was fehlt dem Sommer?

In den letzten Jahren hätte er sich ruhig etwas sanfter angehen lassen dürfen und uns nicht gleich mit dreissig Grad oder mehr überfallen.