«Die Versorgung mit Medikamenten erfolgt grundsätzlich durch die Apotheker.» Das will der Aargauische Apothekerverband mit der am Montag lancierten Initiative «Miteinander statt gegeneinander» in der Kantonsverfassung festschreiben.

Ärzte könnten Medikamente im Notfall sowie in unmittelbarer Anwendung an Patienten abgeben und dort eine Privatapotheke führen, wo in zumutbarer Distanz keine Apotheke verfügbar sei, heisst es im Begehren weiter.

Damit im Aargau eine Volksinitiative zustande kommt, müssen innerhalb eines Jahres 3000 Stimmberechtigte das Begehren unterzeichnen.

Ärzte sind einen Schritt weiter

Mit ihrer Initiative reagieren die Apotheker auf die Forderung der Ärzte, selber Medikamente abgeben zu können. Der Aargauische Ärzteverband hatte die entsprechende Volksinitiative im April eingereicht.

Knapp 8000 Stimmberechtigte unterzeichneten innerhalb von drei Monaten das Begehren «Ja zur ärztlichen Medikamentenabgabe». Die Initiative will das kantonale Gesundheitsgesetz ändern. Ärzte sollen mit Bewilligung des Kantons eine Privatapotheke führen können.

Keine Selbstdispensation im Aargau

Der Aargau kennt traditionell keine Selbstdispensation. Ärzte dürfen rezeptpflichtige Pillen und Salben den Patienten nur in Notfällen abgeben. Einzig Apotheken ist es erlaubt, Medikamente zu verkaufen. Das Kantonsparlament hatte diesen Grundsatz 2009 bestätigt.

Im vergangenen April hatte der Bundesrat die umstrittene Frage der Selbstdispensation aus der Revision des eidg. Heilmittelgesetzes gekippt. Er wollte die Revision nicht gefährden. Der direkte Medikamentenverkauf durch Ärzte ist derzeit in über der Hälfte aller Kantone erlaubt.