Pillenkrieg

Medikamentenabgabe: Apotheker wehren sich mit Initiative gegen Ärzte

Die Ärzte wollen ihren Patienten die Medikamente selbst abgeben. Eine entsprechende Initiative wurde bereits ausgearbeitet. Sollte mit der Unterschriftensammlung begonnen werden, wollen die Apotheker eine Gegeninitiative lancieren.

In einer Urabstimmung haben die Mitglieder des Aargauischen Ärzteverbandes unlängst die Lancierung einer Initiative zur Wahlfreiheit für Patienten bei der Medikamentenabgabe beschlossen. Ein vorbereiteter Unterschriftenbogen liegt der az schon länger vor. Doch die Initiative ist im Amtsblatt noch nicht publiziert, auch nicht zur Vorprüfung bei der Staatskanzlei.

Die Ankündigung dieser Initiative, die den Ärzten ermöglichen soll, ihren Patientinnen und Patienten Medikamente nicht nur zu verschreiben, sondern auch selbst abzugeben (Selbstdispensation), hat die Ankündigung einer Gegeninitiative der Apotheker ausgelöst, die um ihre Existenz bangen.

Gestern Abend legte der Vorstand des Aargauischen Apothekerverbandes (AAV) seinen Mitgliedern zwei Varianten für das weitere Vorgehen vor:

Variante 1: Wenn die Ärzte ihre Initiative starten, kommt die Gegeninitiative «Miteinander statt gegeneinander» der Apotheker. Darin halten die Apotheker fest, dass eine Gefährdung des Apothekennetzes das Problem des Ärztemangels auf dem Land nicht löse. Sie sind im Gegenteil überzeugt, dass es durch ein Apothekensterben sogar noch verschärft würde. Eine Wahlfreiheit der Patienten bei der Medikamentenabgabe nach Ärzteinitiative wäre aus Sicht der Apotheker keine Wahlfreiheit, da die Patienten in einem Abhängigkeitsverhältnis zu ihrem Arzt stehen. Die Anwesenden beschlossen die Initiative mit 91 : 0 Stimmen bei zwei Enthaltungen.

Variante 2 käme zum Tragen, falls die Ärzte auf ihre Initiative verzichten sollten. So würde auch diejenige der Apotheker hinfällig. Sie würden dann auf die Ärzte zugehen, um Lösungen zu finden. (mku)

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