Nur wenige Meter oberhalb des Weiermatthofs auf einer Wiese, auf der vier hochträchtige Angusrinder weiden, sieht es am Morgen des 2. August aus, als hätte der Blitz eingeschlagen. Müll dekoriert die gesamte Brätlistelle in der Weierwand, Trink- und Essensreste verkleben den Steintisch, Glasscherben liegen am Boden. Und das, obwohl es nebenan eine Mülltonne gäbe.

Doch damit nicht genug. Auf dem Nachhauseweg von der privaten 1. Augustfeier öffneten die Jugendlichen die Kuhweide, warfen das Zaungerät auf den Boden und schleppten die 12V-Batterie noch bis zur Baustelle am Weierweg mit. Auf ihrem Weg sprengen die Vandalen mit einem Böller ausserdem noch einen Briefkasten in die Luft.

«Insgesamt ist ein Schaden von 350 Franken entstanden», sagt Doris Gurtner, die mit ihrem Mann Roger vor einem Jahr den Weiermatthof übernommen hat. Glücklicherweise hatten die beiden Landwirte noch ein Ersatz-Zaungerät. Das zerstörte müssen die beiden dennoch ersetzen.

«Eigentlich sieht es fast immer so aus, wenn an der Brätlistelle gefeiert wird», sagt Gurtner und fügt hinzu: «Einmal haben die Jugendlichen auch Heuballen entwendet und abgefackelt. Auch auf den Feldern finden wir immer mehr Abfall. Glasscherben und zerfetzte Aludosen im Futter können den Tieren den Magen zerschneiden. Das führt zum Tod der Tiere, was einen Schaden von mehreren Tausend Franken verursachen kann.»

Aufräumen und entsorgen müssen andere

«Die Leute haben heute überhaupt keinen Respekt mehr. Wir haben in jungen Jahren auch gefeiert und getrunken. Aber wir haben danach aufgeräumt und keine Sauerei hinterlassen», sagt Gurtner. Aufgeräumt ist die Brätlistelle mittlerweile wieder. Allerdings nicht von den Verursachern, sondern von den Naturfreunden Gränichen, die die Brätlistellen verwalten.

Einmal pro Woche patrouilliert ein Vereinsmitglied alle Feuerstellen rund um Gränichen und sorgt für Ordnung. Den Abfall entsorgt die Gemeinde. «Gegen das Littering sind wir machtlos. Selbst, wenn mal einer erwischt wird, passiert nichts», sagt der Präsident der Naturfreunde Gränichen Iwan Volpi. Am Schlimmsten sei das Problem, wenn die Leute die Stelle mit dem Auto erreichen können. Die Feuerstellen abbauen will Volpi deswegen aber nicht.