Hallwilersee

Zwischenlösung Autowaschanlage: Der Kampf gegen die Quagga-Muschel geht weiter

Um Schaden am Ökosystem und der Infrastruktur zu verhindern, will der Kanton Aargau die Ausbreitung der Quagga-Muscheln verhindern. Weil sich die Bootswaschanlagen verzögern, braucht es eine Zwischenlösung.

Einmal da, ist es fast unmöglich sie wieder loszuwerden. Die invasive Quagga-Muschel frisst den Fischen die Algen weg und schadet der Infrastruktur. Sie kommt aus der Schwarzmeer-Region und hat sich bereits am Bieler-, Neuenburger- und Bodensee festgesetzt.

Damit dies nicht auch im Hallwilersee passiert, hat das Aargauer Amt für Umwelt Plakate mit abschreckenden Bodensee-Bildern aufgestellt. Wie das SRF Regionaljournal berichtet, sollen diese als Warnung dienen. Die Muschel-Invasion könne nur verhindert werden, wenn Besitzer ihre Boote vor dem Einwassern abspritzen und das Kühlwasser im Motor durchspülen. Dazu seien alle Bootsbesitzer in der Umgebung schriftlich über die Situation informiert worden. 

Im Frühling 2021 sollen nun Bootswaschplätze am See zur Verfügung gestellt werden. Der ursprüngliche Plan musste um ein halbes Jahr verschoben werden, weil umliegende Gemeinden Bedenken äusserten. Als Zwischenlösung sollen bereits vorhandene Autowaschanlagen als Bootswaschanlagen dienen, wie Lukas De Ventura, Fachspezialist Oberflächengewässer vom Kanton Aargau, gegenüber dem SRF erklärt. Die Abklärungen dazu liefen noch. Waschanlagen, die sich dazu bereit erklären, würden dann auf der Homepage des Amtes für Umwelt publiziert. Diese Massnahmen sollen auch überkantonal übernommen werden, um weitere Anschleppungen der Muschel in der Schweiz zu vermeiden.

Nun hofft De Ventura, dass die geplanten Waschanlagen im Frühjahr 2021 nicht zu spät kommen. Bis jetzt wurden noch keine Quagga-Muscheln im Hallwilersee gefunden. Auch der Zürichsee ist nicht betroffen. (wue)

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