Lenzburg
Zwei rohe Bratwürste landen in den Greifzangen der Güsel-Sammler

Die SVP Lenzburg hat zum vierten «Clean-Up Day» gerufen und mit rund 20 Freiwilligen die Strassenränder und Plätze vom Güsel befreit. Dabei stiessen sie auf allerlei kuriosen Abfall.

Nina Amann
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Franz Frey ist erstaunt, was die Menschen alles wegwerfen.

Franz Frey ist erstaunt, was die Menschen alles wegwerfen.

Nina Amann

«Sauber ist es ja allemal in unserer Stadt», sagt Franz Frey, Vorstandsmitglied der SVP Lenzburg. «Aber es sind die vielen kleinen weggeworfenen Dinge, die zum Ärgernis geworden sind». Diesem Littering hat die SVP am Samstag im Rahmen ihres vierten «Clean-Up Days» den Kampf angesagt.

Mit gelben Westen ausgerüstet haben rund 20 Freiwillige achtlos fortgeschmissene Aludosen, Zigarettenstummeln und Verpackungen eingesammelt und damit auch auf die Problematik Littering aufmerksam gemacht. «Wir wollen die Stadt unterstützen, denn alleine kann sie diese Aufgabe nicht mehr übernehmen», sagt Frey.

Dosen machen grössten Posten aus

Auch wenn es auf den ersten Blick nicht auffällt: Die Menge an Abfall, die in Lenzburg weggeworfen wird, ist beträchtlich. Die neuralgischen Littering-Orte in Lenzburg sind die Strassenränder, Lichtsignale und Plätze mit Sitzbänken. Nach rund einer Stunde haben die meisten Freiwilligen schon einen ganzen Abfallsack gefüllt – zu einem grossen Teil mit Bier- und Energydrink-Dosen. Auf dem zweiten Platz der Rangliste stehen PET-Flaschen, dicht gefolgt von Zigarettenschachteln.

Manchmal sind auch ganz skurrile Funde dabei, so zum Beispiel an der Werkhofstrasse. Neben zerrissenen Strümpfen und deren Verpackung liegen hier auch eine Schachtel Kondome – ungebraucht bis auf eines, eine Gurke, zwei rohe Bratwürste, eine leere Sporttasche und ein Lyoner.

Lachen oder weinen?

Franz Frey weiss nicht, ob er Lachen oder Weinen soll: «Das Verhalten einzelner Menschen entspricht nicht mehr dem, was man erwarten würde.» Littering sei kein Phänomen, wofür primär Jugendliche verantwortlich seien. «Es liegt auch an der Erziehung», findet er. «Wir wollen mit dem Clean-Up Day keine Parteipropaganda beitreiben, sondern zeigen den Lenzburgern durch unsere Präsenz, dass es jede Dose weggeworfene Dose von Hand wieder aufgelesen werden muss», sagt Frey.