Bezirksgericht Lenzburg
Zwei Raser im Sportwagen geblitzt – vor Gericht zeigten sie sich reuig

Zwei Raser sind vom Bezirksgericht Lenzburg zu bedingten Strafen verurteilt worden. Ihren Führerausweis sind sie allerdings für längere Zeit los.

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Beide Beschuldigten fuhren ausserorts über 150 Stundenkilometer. (Symbolbild)

Beide Beschuldigten fuhren ausserorts über 150 Stundenkilometer. (Symbolbild)

Toni Widmer

Eigentlich haben die beiden Beschuldigten, die sich wegen Rasens vor dem Bezirksgericht Lenzburg verantworten mussten, nichts miteinander zu tun. Und trotzdem sind sich die beiden Raser-Fälle ähnlich: Beide jungen Männer wurden letztes Jahr auf der Hauptstrasse in Hunzenschwil Fahrtrichtung Suhr geblitzt. Beide sassen hinter dem Steuer eines Sportwagens. Bei beiden zeigte der Tacho auf der 80er-Strecke über 150 Stundenkilometer an. Und beide werden ihr Billett sicher für die nächsten zwei Jahre nicht mehr zu Gesicht bekommen.

Ans Autotuning-Treffen gerast

An einem Sonntag im Mai – in Buchs fand gerade das Tuning-Treffen statt – fuhr der junge Mann aus Bern mit seinem BMW 335i Coupé von Hunzenschwil in Richtung Suhr. Es blitzte: 153 km/h. Ihm wurde auf der Stelle der Führerausweis abgenommen, sein Fahrzeug wurde von der Polizei beschlagnahmt. An besagtem Sonntag war er nicht der Einzige, der die Geschwindigkeit so massiv überschritt.

Drei weitere Temposünder mussten ihr Billett sofort abgeben. Die Frage, was der Grund für diese Raserei gewesen sei, konnte der junge Berner den Richtern erst nach langem Überlegen beantworten: «Ich bin in diesem Moment nicht mich selber gewesen», sagte er schliesslich. Er bereue es sehr und er könne sich heute nicht mehr erklären, was ihn dazu verleitet habe. Der Beschuldigte wurde im abgekürzten Strafverfahren zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 15 Monaten mit einer Probezeit von 3 Jahren und einer Busse von 3000 Franken verurteilt. Das Strassenverkehrsamt des Kantons Bern entzieht dem jungen Mann seinen Führerausweis für 24 Monate.

Keine Sonntagsfahrt

Ein Sonntagnachmittag im Juni, auf der gleichen Strecke: Der junge Geschäftsführer aus der Region wollte seinem Mitfahrer zeigen, wie schnell sein Porsche 911 Turbo S von 0 auf 100 beschleunigen kann. Zuerst brachte er seinen Porsche zum Stillstand. Anschliessend drückte er aufs Gaspedal. Es blitzte: 154 km/h – nach Abzug der Toleranzmarge waren es 69 Stundenkilometer zu viel.

«Mein Verhalten war schwachsinnig», sagte der Beschuldigte vor Gericht. Er sei daran, das Auto zu verkaufen: «Die Benützung eines solchen Autos ist für mich nicht sinnvoll.» Auch dieser Fall wurde im abgekürzten Verfahren erledigt: Der Beschuldigte wurde zu einer Freiheitsstrafe von 14 Monaten bedingt verurteilt, bei einer Probezeit von 3 Jahren und einer Busse von 3000 Franken. Wann er das Billett wieder zurückbekommt, war noch nicht bekannt. (MEI)