Meisterschwanden

Zwei Pioniere gewähren private Einblicke

Benny Stutz (l.) und Brigitt Maag erzählen in «persönlich» aus ihrem Leben. Moderator ist Dani Fohrler.

Benny Stutz (l.) und Brigitt Maag erzählen in «persönlich» aus ihrem Leben. Moderator ist Dani Fohrler.

Eine Wohnheim-Idee für psychisch kranke Senioren und Jonglieren als Anti-Talent: In «persönlich» sprachen Benny Stutz, Gründer des «Gärtnerhauses», und Brigitt Maag, Mitgründerin von «Karls Kühne Gassenshow», über Zukünftiges und Vergangenes.

Über 150 Zuschauer sassen am Sonntagmorgen im Hotel Seerose in Meisterschwanden. Anstatt um 10 Uhr wie gewohnt den Radio einzuschalten, konnten sie heute die Talksendung «persönlich» von SRF 1 live miterleben. Die Faustregel von Nickey Brändli, Teil des vierköpfigen persönlich-Teams, schien aufzugehen: «Es kommen immer so viele Leute, wie es Stühle hat», hatte sie vor Beginn der Sendung lachend erzählt.

Ebenfalls ins Erzählen kamen die beiden Talkgäste Benny Stutz und Brigitt Maag. Geführt von Moderator Dani Fohrler berichtete der Gründer des «Gärtnerhauses», ein Integrationszentrum für Menschen mit psychischen Problemen, wie er durch seine Verwaltungslehre zum ersten Mal im sozialen Bereich tätig war. Damals betreute er zusammen mit seinem Chef 540 Mündel. Unter anderem diese Erfahrung sollte im später Helfen, das «Gärtnerhaus» aufzubauen. Doch auch in seiner Zeit in Griechenland, wo er ein Restaurant führte, kam er in Kontakt mit «schrägen Leuten», wie er selbst sagt. «Ein Beispiel dafür war ein Professor aus Heidelberg. Bei seinem ersten Besuch sah er ganz normal aus. Frisch rasiert, sympathisch. Doch nach und nach liess er sich einen Bart wachsen, lief nur noch in einem Übergewand herum und sprach von sich selbst als Jesus.» Erst die eigene Lebenskrise, und die darauffolgende Reha, brachten Stutz dann aber dazu, das «Gärtnerhaus» zu gründen. Nach dem er hier die Leitung abgegeben hat, möchte er nun ein Wohnheim für psychisch kranke Senioren eröffnen.

Eine Geschichte fürs Altersheim

Für ein Zimmer in diesem künftigen Wohnheim hat sich Brigitte Maag sofort lachend angemeldet. Ihr Humor begleitet sie schon seit anhin durchs Leben. Denn als sie mit den fünf weiteren Gründungsmitgliedern von «Karls Kühne Gassenshow» zum ersten Mal unterwegs war, konnte sie weder Jonglieren noch den Handstand, dafür aber Gedichte rezitieren. «Dieses Talent wurde aber nicht wirklich ausgeschöpft», sagt sie.

So kam es, dass ihre erste Nummer daraus bestand, sich über ihr Anti-Talent im Jonglieren lustig zu machen. «Das bestand für mich nämlich in erster Linie aus dem Bücken nach den Bällen», verrät Maag. Sie hatte sich damals für das Strassentheater und gegen eine Festanstellung in einer Buchhandlung entschieden, «weil das im Altersheim die bessere Geschichte ist.» Ein Grundsatz, der sich auf viele Entscheidungen im Leben anwenden lasse.

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