Der Fuhrpark des Vereins Historische Seethalbahn bekommt Zuwachs. Zwei im Jahr 1950 gebaute Personenwagen sollen in die Remise in Hochdorf einziehen, teilt der Verein mit. Die beiden Wagen wurden speziell für die Seetalbahn gebaut und waren bis zu vierzig Jahre zwischen Luzern und Wildegg unterwegs. Wenn alles nach Plan läuft, sollen sie schon bald mit dem ebenfalls speziell für die Seetalbahn entwickelten Seetalkrokodil auf Nostalgiefahrten eingesetzt werden.

Bis mit dem Seetalkrokodil und den beiden angeschafften Personenwagen Ausfahrten im Seetal unternommen werden können, steht dem Verein noch viel Arbeit bevor. Beide Personenwagen müssen erst revidiert werden. Für die Arbeiten investieren die Aktivmitglieder des Vereins zahlreiche Fronstunden. Darüber hinaus müssen sie auch Arbeiten durch externe Unternehmen finanzieren. Dazu gehören etwa die Asbestsanierung sowie die Aufarbeitung von Drehgestellen und Bremssystem. Insgesamt braucht der Verein rund 210 000 Franken, um die beiden Wagen fahrtüchtig zu machen, der Kanton Aargau beteiligt sich mit 50 000 Franken aus dem Swisslosfonds.

Die zahlreichen historischen Spezialentwicklungen für die Seetalbahn waren nötig, um die steigungsreiche Strecke zwischen Luzern und Wildegg bewältigen zu können – selbst die heute eingesetzten Fahrzeuge sind Spezialanfertigungen für ebendiese Strecke. Obwohl die nun angeschafften Waggons kurz nach dem Zweiten Weltkrieg mit Teilen von ausrangierten Personenwagen gebaut wurden, waren sie bei den Fahrgästen beliebt.

In den 70er-Jahren begannen Ausrangierung und Verkauf, und sogar erst 1990 wurde auch der letzte Waggon ausser Betrieb genommen. Der Verein Historische Seethalbahn hat schon eine ganze Reihe von Kulturgütern der Seetalbahn aufgearbeitet, darunter zwei betriebsfähige Dampflokomotiven, ein Gepäckwagen und das Lokomotivdepot in Hochdorf. Das Seetalkrokodil, eines der stolzesten Stücke aus dem Fuhrpark, gehört der Oensingen-Balsthal-Bahn und steht dem Verein Historische Seethalbahn als Dauerleihgabe zur Verfügung. Laut eigenen Angaben ist der Verein schweizweit der einzige, der historische Bahnfahrzeuge an ihrem ursprünglichen Einsatzort instand hält und einsetzt.