Müllerhaus Lenzburg

Zwei Künstler, eine Ausstellung: Diese beiden Möriker haben die Essenz im Blick

Haben das künstlerische Schaffen für sich entdeckt: Kathrin Küng und Stefan Eisenhut.

Haben das künstlerische Schaffen für sich entdeckt: Kathrin Küng und Stefan Eisenhut.

Kathrin Küng und Stefan Eisenhut zeigen im Müllerhaus Lenzburg ihre Werke. Die Ausstellung der beiden Möriker heisst «Augenblicke».

Mit 58 Jahren den gut dotierten Job zu kündigen und alles auf die Karte Kunst zu setzen, würden sich das wohl viele Menschen trauen? Stefan Eisenhut aus Möriken hat diesen Schritt getan. Vor drei Jahren gab er seine Stelle als Ingenieur auf, um herauszufinden, ob sich mit seiner Leidenschaft aus Jugendzeiten, der Malerei, eine Existenz unterhalten lässt.

«Ich war in meinem beruflichen Alltag überhaupt nicht mehr glücklich und am Ende auch gesundheitlich angeschlagen», blickt Eisenhut zurück. Und so tauschte er den Computerbildschirm gegen Staffelei und Leinwand, die Excel Listen, Projektpläne und Management Reports gegen die Farbpalette ein. Er war bereit, für eine kreativ erfüllende Tätigkeit auch grössere Entbehrungen in Kauf zu nehmen.

Vom möglichen Schicksal des brotlosen Künstlers blieb er allerdings dann doch verschont. Sein Arbeitgeber machte ihm ein neues Stellenangebot mit reduzierter Arbeitszeit. Für Stefan Eisenhut war das die optimale Lösung und fortan widmete er seine freie Zeit der Entwicklung seines musischen Talents.

Faszination menschlicher Körper

Seine erste Ausstellung mit dem Titel «Augenblicke» veranstaltet der spät berufene Maler gemeinsam mit der ebenfalls in Möriken wohnhaften Bildhauerin Kathrin Küng. Die ausgebildete Zahntechnikerin begann ihre künstlerische Laufbahn bereits vor über dreissig Jahren mit Abendkursen an der Kunstgewerbeschule in Zürich.

Ihre Plastiken und Skulpturen bringen die Ausdruckskraft des menschlichen Körpers in facettenreiche Formen. Dabei versteht sie ihren gestalterischen Effort auch als intellektuelle Aufgabe. «Einerseits beobachte ich die Menschen oft und sehr genau. Andererseits muss ich mir viel anatomisches Wissen aneignen», sagt Kathrin Küng.

Gemeinsamkeiten im konzeptuellen Kontext

Zwischen den Künstlern Küng und Eisenhut gibt es einige Berührungspunkte sowohl, was das alltägliche Leben, als auch, was das gestalterische Werk betrifft. Seit 30 Jahren wohnen sie in Möriken Haustür an Haustür, sagen aber, die Kunst sei in Gesprächen über den sprichwörtlichen Gartenzaun nie ein vordergründiges Thema gewesen.

Beim künstlerischen Werk finden sich Gemeinsamkeiten im konzeptuellen Kontext. Bildhauerin und auch Maler gehen der Frage nach, wie mittels Abstraktion im Werk die Aussagekraft erhöht und die Essenz eines Ausdrucks vermittelt werden können.

Zweifel als ständiger Begleiter

Als Vorlage für seine Porträts dienen Stefan Eisenhut Fotografien. Dabei arbeitet er ausschliesslich mit Schwarz-Weiss-Fotografien, die ihn bei der Umsetzung seines Farbkonzepts nicht beeinflussen. «Mit meinen Bildern», sagt der Maler, «möchte ich stets eine Geschichte erzählen. Ich suche meine persönliche Interpretation einer Fotografie und dabei spielt der Blick des porträtierten Menschen eine entscheidende Rolle.»

Auf die Reaktionen der Besucher zu ihren Ausstellungsstücken sind beide Künstler äusserst gespannt. Der Zweifel, sagen sie, sei ein ständiger Begleiter bei ihrer Arbeit. «Ich hatte immer wieder Bedenken, ob ich schon bereit bin, meine Bilder öffentlich zu zeigen», sagt Stefan Eisenhut. «Ich hoffe, meinen Bildern gelingt es, Emotionen auszulösen.»

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