Beinwil am See
Zwei Kindergärten in einer Villa – Gemeinde will das Gebäude für zwei Millionen Franken erweitern

Beinwil am See will seinen alten Kindergarten am Gemeindehausplatz abreissen und gemeinsam mit dem Kindergarten an der Hombergstrasse auf das Areal der Musikvilla gegenüber dem Gemeindehaus umziehen.

Michael Küng
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So soll die neue Musikvilla mit Anbau bald aussehen, auf jedes Stockwerk kommt ein Kindergarten.Architekturbüro Šik

So soll die neue Musikvilla mit Anbau bald aussehen, auf jedes Stockwerk kommt ein Kindergarten.Architekturbüro Šik

zvg

Fünf Architekturbüros haben dafür in einem Projektwettbewerb passende Lösungen erarbeitet.

Die Gemeinde wünschte sich, dass die zur Verfügung stehende Fläche optimale ausgenützt und der bestehende öffentliche Spielplatz auf dem Gelände mit einbezogen wird. Dabei war denkbar, die bestehende Musikvilla abzureissen, umzugestalten oder zu erweitern. Der Sieger entschied sich für Letzteres: Umgesetzt werden soll das Projekt «Seeanemone» des Zürcher Architekturbüros Šik. Es will die Musikvilla nicht abreissen, sondern umgestalten und mit einem Neubau erweitern. «Die ‹Seeanemone›› hat die Jury konzeptionell überzeugt und weist gegenüber den anderen Projekten die grösste Geschossfläche sowie die tiefsten Baukosten auf», teilt die Gemeinde mit.

Ausserdem wird das Flachdach des Neubaus für einen Aufbau einer Solar- oder Photovoltaikanlage ausgelegt.

«Toll am Siegerprojekt ist auch die Einbeziehung des öffentlichen Spielplatzes. Dieser wird weiterhin öffentlich bleiben. So hoffen wir, dass es zu mehr Begegnungen kommen wird», sagt Gemeinderätin Jacqueline Widmer, die das Ressort Bildung leitet. Brauche ein Kindergarten doch einmal einen Rückzugsraum, sei auch dafür in der Aussenanlage gesorgt. «Wenn alles wie am Schnürchen läuft, können wir nun im Sommer 2019, spätestens aber im Jahr 2020 mit dem Bau beginnen», sagt Widmer.

An der nächsten Sommergmeind wird diese nun über den Baukredit befinden. Im aktuellen Finanzplan sind für den Kindergarten bereits 2 140 000 Franken enthalten. Noch im letzten Sommer hat das Verwaltungsgericht eine Beschwerde gegen die Auswahl der zum Wettbewerb zugelassenen Architekturbüros abgewiesen. Zuvor hatte die Gemeinde die fünf Büros für den Wettbewerb aus über 70 Bewerbern ausgewählt, sagt Jacqueline Widmer.

Ausstellung der Projekte

«Wir wollten möglichst alle Räume nutzen, das war auch eine Auflage», sagt Projektleiter Michael Bachmann vom Architekturbüro. Die Vorschübe vor den Fenstern des Neubaus seien perforiertes Holz, erklärt er. «So lassen sich im Kindergarten die Fenster zum Lüften öffnen, ohne dass ein Kind rausfällt.» Aus welchen Projekten die Gemeinde den Sieger ausgewählt hat, zeigt sie am 28. Mai im Löwensaal. «Weil das Auswahlverfahren strenge Verschlusssache ist, wollen wir nun trotzdem noch zeigen, was unsere Möglichkeiten waren und unsere Entscheidung gemeinsam diskutieren. Das interessiert die Bürger und gibt uns zusätzlich die Möglichkeit, auch die anderen Projekte zu würdigen», sagt Gemeinderätin Jacqueline Widmer.