Im Hotel Krone nächtigen? Der Hypi das sauer verdiente Geld anvertrauen? Dienstleister tun alles in ihrer Macht stehende, um den Kunden die Entscheidung zu erleichtern und sie für sich zu gewinnen. Doch wie sieht es im umgekehrten Fall aus: Wie zeigt sich die Bilanz der Dienstleister gegenüber den Lenzburgern?

Mit Käthy Gerber und Franz Renggli hatte «Persönlich«-Moderator Peter Buri zwei Gesprächsgäste an seinem Tisch, die diese Frage aus langjähriger Erfahrung beantworten konnten – dies mit Umsicht auch taten.

Grundsätzlich habe er mit der Lenzburger Kundschaft sehr positive Erfahrungen gemacht, erklärte Franz Renggli, der ehemalige Zentraldirektor der Hypothekarbank Lenzburg. «Natürlich wurden auch Ansprüche gestellt.

Aber die Kunden sind das Lebenselixier einer Bank und dies verlangt auch Toleranz vonseiten der Bank.» Zur Gesprächsveranstaltung Lenzburg Persönlich, organisiert durch die Stiftung Dr. Hans Müller und Getrud Müller, werden zweimal jährlich zwei bekannte und verdiente Persönlichkeiten aus Lenzburg eingeladen.

Sie geben Einblick in ihre Biografie, berichten von ihrer aktuellen Tätigkeit, wagen einen Ausblick in die Zukunft und betrachten die Stadt aus erfahrungsreicher Perspektive.

Zusätzlich soll mit Lenzburg Persönlich das Müllerhaus als Ort der Begegnung in der Stadt verankert werden, wie Karin Büchli, Geschäftsführerin der Stiftung, sagt.

Werdegang früh vorgegeben

Für Hotelière Käthy Gerber war der Werdegang schon sehr früh vorgegeben. «Meine ersten Kindheitserinnerungen sind sehr eng mit dem Hotel Krone verknüpft. Ich habe auch immer mitgeholfen im Betrieb.» Als die Eltern Käthy Gerber nahe legen, die Hotelfachschule zu besuchen, war sie in Tat und Wahrheit schon angemeldet dafür.

Im Gegensatz dazu kam Franz Renggli mit der Bankenwelt eher durch Zufall in Berührung. Aufgewachsen ist er auf einem Bauernhof im Entlebuch. Dies sei eine lebensprägende Erfahrung gewesen. Sein erster Berufswunsch war es dementsprechend, Agronom zu werden.

Dass sich die Hypi im Strudel der Finanzkrise als Insel der Tugendhaftigkeit beweisen konnte, führt Renggli auf die Tatsache zurück, dass man immer massvoll geblieben sei. «Dies war eine bewusste Haltung von uns.» Einen Blick in die Zukunft des Hotels Krone machte Käthy Gerber zum Abschluss der Gesprächsrunde. «Die ältere Tochter zeigt Interesse, die Nachfolge im Betrieb zu übernehmen.»