Lenzburg

Zwei alte Häuser müssen einem Neubau an der Ringstrasse weichen

Vor dem bereits leeren Abbruchgebäude trafen sich Projektleiter Jan Schlüter, Geschäftsführerin Sonja Fuchss, WGL-Vizepräsident Emanuele Soldati und Präsident Charly Suter zu einem Augenschein. do

Vor dem bereits leeren Abbruchgebäude trafen sich Projektleiter Jan Schlüter, Geschäftsführerin Sonja Fuchss, WGL-Vizepräsident Emanuele Soldati und Präsident Charly Suter zu einem Augenschein. do

Die Wohnbaugenossenschaft Lenzburg plant an der Ringstrasse Nord eine Überbauung. Die 50 Jahre alten Sechsfamilienhäuser genügen den Energiestandards nicht mehr und werden zu Gunsten eines 6,6 Millionen Franken teuren Mehrfamilienhauses abgerissen.

Vor 50 Jahren mochten die beiden Sechsfamilienhäuser an der Ringstrasse Nord modern gewesen sein. Es waren die ersten Wohnbauten, welche die im Jahre 1958 gegründete Wohnbaugenossenschaft Lenzburg (WGL) damals realisierte. Inzwischen genügen die beiden Wohnblocks den Ansprüchen auch an preisgünstigen Wohnraum nicht mehr; insbesondere lässt der Energieverbrauch zu wünschen übrig.

«Bereits im Juli 2008 wurde die Frage diskutiert, ob die beiden Häuser saniert oder durch einen Neubau ersetzt werden sollen», blickt WGL-Vizepräsident Emanuele Soldati zurück. Schliesslich habe man sich für den Neubau eines Mehrfamilienhauses mit 16 3½- und 4½-Zimmer-Wohnungen entschieden. Im Juni 2010 wurde der Baukredit gesprochen und der Gestaltungsplan angepasst. Vor kurzem wurde die Baubewilligung erteilt, sodass nun die Ausführungsprojekte in Angriff genommen werden können. Baubeginn soll im September sein, der Bezug der Wohnungen ist für März 2014 geplant.

Zwischen Ringstrasse und A1

Während die bestehenden Blocks quer zur Ringstrasse standen, soll der Neubau parallel zur Strasse zu stehen kommen und etwas weiter davon entfernt sein. Jan Schlüter, Projektleiter der Boltshauser Architekten, Zürich, weist auf die besondere Lage zwischen Ringstrasse Nord und Autobahn hin. Gerade zur rechten Zeit kommt die Halbüberdachung der A1, womit die Lärmbelastung des viergeschossigen Neubaus geringer ausfallen wird. Von dieser Seite aus erfolgt auch die Erschliessung der Wohnungen über einen offenen Laubengang. Die Wohnbereiche mit zurückgesetzten Balkonen sind nach Süden gegen die Ringstrasse Nord ausgerichtet.

Selbstverständlich wird der Neubau in Minergiestandard gebaut. «Das war eine Bedingung aufgrund des Gestaltungsplans», erläutert WGL-Präsident Charly Suter. Beheizt wird das Haus über die bestehende Gasheizung des Nachbargebäudes, das ebenfalls der WGL gehört. Für die Warmwasseraufbereitung werden Solarzellen auf dem Dach montiert.

Gleichzeitig mit dem Neubau wird die bestehende Tiefgarage saniert und um 16 Plätze erweitert.

Finanzierung gesichert

Die Anlagekosten für den Neubau belaufen sich auf rund 6,6 Mio. Franken. Dazu kommen 600000 Franken für die Sanierung und die Erweiterung der Tiefgarage. «Die Finanzierung ist gesichert», stellt Suter fest. Und fügt begeistert hinzu: «Dieser Ersatzbau ist ein Highlight für uns.»

Der voraussichtliche Mietzins für eine 3½-Zimmer-Wohnung liegt bei 1550 Franken pro Monat, die 4½- Zimmer-Wohnung kommt auf etwa 1750 Franken zu stehen. Dank Minergie werden die Nebenkosten um rund 30 Franken geringer ausfallen.

Die Wohnungen in den beiden Abbruchliegenschaften sind seit längerem leer. «Wir konnten für alle teilweise langjährigen Mieter eine gute Lösung finden», sagt Suter. Einige hätten die Gelegenheit genutzt, um ins Altersheim zu ziehen, anderen habe man innerhalb der WGL Ersatz angeboten.

An Interessenten für die neuen Wohnungen dürfte es kaum mangeln; da ist Charly Suter zuversichtlich. Auch die bestehenden rund 500 Wohneinheiten der Genossenschaft seien stets gut ausgelastet, da sie auch für kleinere Einkommen erschwinglich seien.

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