Staufen/Würenlingen

Zwei Aargauer Teenager vor dem Schwingerkönig Kilian Wenger

Die kranzgeschmückten Michael Bächli und Nick Alpiger auf dem Brünig.

Die kranzgeschmückten Michael Bächli und Nick Alpiger auf dem Brünig.

Die beiden Jungschwinger Michael Bächli und Nick Alpiger gingen ohne all zu grosse Erwartungen an die Brünigschwigete. Doch dort überraschten die beiden Aargauer alle.

Da rieben sich die Experten des Nationalspiels die Augen. Beim wichtigsten Anlass des Jahres, dem traditionellen Brünigschwinget, mischten die Jungspunde keck vorne mit. Vier der 20 begehrten Kränze gingen an Schwinger, die noch keine 20 Jahre alt sind.

Auch zwei Aargauer Teenager sicherten sich die rare Auszeichnung. Der eben erst 17 gewordene Michael Bächli aus Würenlingen und der 18-Jährige Nick Alpiger aus Staufen kamen bei ihrem ersten Auftritt auf dem Bergfest-Mekka Brünig nach sechs absolvierten Gängen auf den ausgezeichneten vierten Rang – und lagen damit eine Position vor Schwingerkönig Kilian Wenger.

Die Leistungen der beiden Aargauer sind umso höher einzuschätzen, als die Schwinger aus dem Teilverband Nordwestschweiz beim Vergleich zwischen den Grossverbänden Bern und Innerschweiz nur als Gäste mitwirken. Die 20 Schwinger aus dem Aargau, Solothurn und den beiden Basel sehen sich jeweils einer Übermacht von je 50 Innerschweizern und Bernern gegenüber.

Innerer Haken in letzter Minute

Entsprechend bescheiden war die Erwartungshaltung von Nick Alpiger bei seiner Brünig-Premiere: «Es war eine Ehre, überhaupt hier antreten zu dürfen und so ging ich mit dem Ziel, den Kranzausstich anzupeilen, in den Wettkampf.»

Diese angestrebte Qualifikation für den fünften und sechsten Gang war gefährdet, als sich am Morgen nach einem Sieg eine Niederlage und ein Unentschieden einstellten. Mit einer Maximalnote gegen Patrick Schenk wurde das Tagesziel schon erreicht. «Da war ich brutal erleichtert», blickt Alpiger zurück.

Nach dem Sieg im fünften Gang rückte vor dem letzten Duell der Kranz in Griffnähe. «Stephan von Büren war ein Gegner, gegen den ich noch nie antrat. In der letzten Minute versuchte ich es mit einem Inneren Haken und kam zum Erfolg.» Bereits der fünfte Kranz in dieser Saison war der Lohn. Dabei stand heuer noch die Lehrabschlussprüfung als Maurer an. «Das belastete mich schon; während einem Monat steckte ich mit dem Training zurück.»

«Eidgenossen» gebodigt

Im Gegensatz zu Alpiger, dessen Onkel und Götti schon Kranzschwinger waren, stammt Michael Bächli nicht aus einer eigentlichen Schwingerfamilie. Nach einem Schnuppertraining packte es den grossgewachsenen Wirtschaftsmittelschüler: «Meine Faszination fürs Schwingen nimmt immer noch zu.»

Auch Bächlis Brünig-Ziel war nicht der Kranz: «Ich wollte einfach meine Leistung abrufen.» Dass etwas Spezielles drinliegt, sah man, als der junge Aargauer mit der Basketballer-Statur im zweiten Gang gegen Andi Imhof, den Sieger des «Innerschweizerischen», stellte.

Perfekt wurde die Kranzauszeichnung, als Bächli zum Ende einen Kurz-Angriff des zweifachen eidgenössischen Kranzers Simon Anderegg perfekt mit einem Gammen konterte.

Für Bächli steht am 30. August mit dem Eidgenössischen Nachwuchs-Schwingertag in Aarburg ein weiterer grosser Höhepunkt an. Alpiger ist dafür bereits zu alt.

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