Kultur
Zur Freude des Publikums spielte der Dirigent auch Alphorn

Vom Jahreskonzert der Musikgesellschaft Seengen konnte das Publikum gar nicht genug kriegen. Darüber hinaus wurde das Publikum mit einer speziellen Einlage überrascht.

Markus Christen
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Die Musikgesellschaft Seengen eröffnete ihr Jahreskonzert am Freitagabend gleich mit einem der anspruchsvollsten Stücke aus ihrem Repertoire.

Der «Grand March Aida» von Giuseppe Verdi beginnt mit klaren Harmonien, die das Korps unter der Leitung von Albin Stöckli sauber intonierte. Die Musiker strahlten grosse Sicherheit aus und durften für ihre Leistung einen ersten kräftigen Applaus entgegennehmen.

Rasante klangliche Verzierungen

Im Stück «Napoli» von Herman Bellstedt überzeugte Bruno Hauri als Eufonium-Solist. Rasant fegten seine klanglichen Verzierungen über die bekannte Melodie hinweg.

Einige Unsicherheiten im Spiel der Bläser waren in «Music for Greenwich» von Edward Gregson zu hören, einer Komposition, deren Melodien vom Wechsel aus ruhigen und stürmischen Passagen leben. Insbesondere wenn sich der Klang aus nur wenigen Instrumenten zusammensetzte, konnte die Kontrolle über die Intonation nicht vollständig überzeugen. Diese kleineren Unstimmigkeiten waren allerdings wieder bereinigt, sobald das Klangvolumen vergrössert wurde.

Kastagnetten und Kuh-Attrappe

Höhepunkt des ersten Konzertteiles war sicher «Punch and Judy». In diesem clownesken Stück von Henry Mancini lief die Musikgesellschaft Seengen zu Höchstform auf. Vehement forderten die Zuhörer eine Zugabe, obwohl der Vorhang schon gezogen war und das Licht im Saal bereits aufflackerte.

So wie der erste Konzertteil endete, wurde der zweite fortgesetzt. Auch vom wundervollen «Going Home» von Mark Knopfler, das durch die Interpretation eines Blasorchesters eine ganz eigenständige Note erhielt, wollte das Publikum eine Wiederholung hören.

Zugabe mit dem Alphorn

Eine Überraschung gabs bei «Hernando’s Hideaway»: Heinz Häusermann begleitete seine Kameraden mit Kastagnetten und diese waren, zur Belustigung aller, auf einer Kuh-Attrappe festgemacht.

Für die Zugabe «Le ranz des vaches» übergab Albin Stöckli seinen Taktstock an seinen Vizedirigenten und brachte zusammen mit Heinz Häusermann die Alphörner auf die Bühne. Erneut wurde der Vortrag mit überschwänglichem Applaus beklatscht und Moderator Thomas Meyenberg riet dem Publikum augenzwinkernd: «Wenn Sie alles so gerne zweimal hören, kommen Sie doch morgen Samstag noch einmal in unser Konzert.»