Lenzburg

Zum zweitletzten Mal wachsen im BBZ Niederlenz die Kornblüemli für das Jugendfest

Olivia Oeschger (links) und Tanya van der Laan schneiden auf dem Altfeld Kornblumen aus. Die Pflanzen sind nach Plan gewachsen, nur ein Hagelsturm könnte das blau-weisse Jugendfest noch gefährden. (Janine Gloor)

Olivia Oeschger (links) und Tanya van der Laan schneiden auf dem Altfeld Kornblumen aus. Die Pflanzen sind nach Plan gewachsen, nur ein Hagelsturm könnte das blau-weisse Jugendfest noch gefährden. (Janine Gloor)

Das BBZ liefert Kornblumen an verschiedene Jugendfeste in der Region. «Am Maienzug sind neben den Kornblumen auch Rosen beliebt», sagt Oeschger. Das Gleiche gelte für den Rutenzug Brugg.

Nur noch eine Woche bis zum Jugendfest; dem grossen Auftritt der Kornblüemli. Auf dem Altfeld des Berufsbildungszentrums Niederlenz (BBZ) wachsen die Blumen auf insgesamt 18 Beeten. Doch wo sind die Blüten? Statt eines wogenden Meeres aus Blau erblickt das Auge hauptsächlich grüne Stängel. Sag mir, wo die Blumen sind! Steht es schlecht um die diesjährige Korn- blüemli-Kapazität? Olivia Oeschger, Abteilungsleiterin Schnittblumen, kann entwarnen. Um die Kornblumen steht es dieses Jahr gut, die Bedingungen waren günstig. «Beim Setzen und in der Anzuchtphase hat es viel geregnet», sagt sie. Das sei gut für die Pflanzen. Für den Boden dafür eher weniger, da es das Wachstum von Pilzen begünstige. Mit einem solchen haben die Pflanzen dieses Jahr zu kämpfen, aber Olivia Oeschger und ihr Team haben alles unter Kontrolle. «Wir chüderlen den Kornblüemli, bis alles so ist, wie wir es wollen», sagt sie.

Das BBZ liefert Kornblumen an verschiedene Jugendfeste in der Region. «Am Maienzug sind neben den Kornblumen auch Rosen beliebt», sagt Oeschger. Das Gleiche gelte für den Rutenzug Brugg. Aber dann kommt das Lenzburger Jugendfest. Blau auf Weiss. Die Sternstunde der Kornblume. «Dieses Jahr haben wir ja ein kleines Jugendfest», sagt Oeschger. In Manöverjahren würden die Kornblumen das ganze Altfeld einnehmen.

Oeschger kniet zu den Kornblumen nieder. Aus manchen Knöpfen lugen oben bereits die blauen Blüten hervor. «Wenn es warm wird, öffnen sich diese in einigen Stunden», sagt sie. Die Gärtnerinnen schneiden die Blumen vorzu ab, damit die Pflanze die Energie in die restlichen Köpfe stecken kann. Nicht alle Blüten haben die gleiche Farbe. Idealerweise werden sie geschnitten, wenn das Blau richtig satt und die Blüte schön prall ist. Danach wird das Kornblüemli immer heller. Dieser Farbverlauf ist auch am Chränzli oder Strüssli innerhalb eines Jugendfesttages zu beobachten.

Das Ende ist nah

Für einen Tag wird die Kornblume in Lenzburg zur Königin. Blau ist ihre ursprüngliche Farbe, dank Züchtungen gibt es heute auch eine weisse und eine rosa Variante. «Die Kornblume hat hier einen unglaublichen Stellenwert», sagt BBZ-Leiterin Brigitte Vogel. Die Blume stehe für werdende Floristen und Gärtnerinnen nicht mal auf der Liste zum Auswendiglernen. «Und nach dem Jugendfest interessiert sich niemand mehr für Kornblumen», sagt Vogel. Alles für den grossen Auftritt. Über dem Altfeld schwebt Wehmut. Es ist das zweitletzte Mal, dass hier die Kornblumen für das Jugendfest wachsen. Der Zentralvorstand des Schweizerischen Gemeinnützigen Frauenvereins hat beschlossen, das BBZ auf Sommer 2018 zu schliessen. Dabei hat die Haltung des Kantons in dieser Sache Fragen aufgeworfen. Die Grossrätinnen Barbara Portmann (GLP), Kathrin Scholl-Debrunner (SP) und Sabine Sutter-Suter (CVP) aus Lenzburg sowie Maya Bally Frehner (BDP) aus Hendschiken haben sich mit einer Interpellation zum Thema an den Regierungsrat gewandet. Kürzlich hat dieser nun Stellung bezogen (siehe Text unten).

«Eine gefreute Sache»

Tanya van der Laan von der Abteilung Schnittblumen schreitet durch die Beete und schneidet hier und da ein Blüemli ab. «Eine schlaflose Nacht gibt es immer», sagt sie. Gewitter oder Hagel können verheerend sein. Auch eine Schülerin des BBZ ist auf dem Altfeld am Ausschneiden. «Ein besonderes Privileg», sagt van der Laan. Die Schülerin zeigt, wie sie die geschnittenen Kornblumen in der Hand hält. «Nicht zu nah am Kopf, sonst lampen sie.» Die Mühen der Gärtnerinnen werden belohnt. «Der Blumenmärt ist immer eine gefreute Sache», sagt Tanya van der Laan. «Es ist schön, wenn die Leute so früh wie möglich kommen, um zum Beispiel mit den Töchtern die Blumen auszuwählen», sagt sie und lacht unter ihrem Hut. Viele Leute kämen immer wieder. Manche kaufen ein Biedermeierstrüssli, um es den Verstorbenen auf das Grab zu legen. Am Umzug schaut Tanya van der Laan zu. Und ist stolz. «Das ist ein schönes Gefühl, wenn man alle Chränzli und Strüssli sieht und weiss, dass viele von uns kommen», sagt sie.

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