Staufen

Zum Wohle der Gemeinde, auch wenn’s mal weh tat – nun wird er Ehrenbürger

Verena und Alfred Sandmeier werden heute Abend zu Ehrenbürgern ernannt.

Verena und Alfred Sandmeier werden heute Abend zu Ehrenbürgern ernannt.

Alfred Sandmeier ist vor drei Jahrzehnten gegen einen riesigen Kiesabbau in der Gemeinde Sturm gelaufen – an der «Gmeind» am Mittwochabend werden ihm und seiner Frau Verena das Ehrenbürgerrecht verliehen.

Alfred Sandmeier erinnert sich noch gut an die Schlagzeile im damaligen Aargauer Tagblatt: «Gigantischer Kiesabbau zwischen Staufen und Schafisheim», titelte die Zeitung im September 1980. Dass das Staufner Feld derart ausgebeutet werden sollte, damit war Sandmeier gar nicht einverstanden; gemeinsam mit Gleichgesinnten hat er einen Verein gegründet und dem seiner Meinung nach überrissenen Ansinnen der Behörden die Stirn geboten und das Projekt gebodigt. «Das Tempo, mit dem der hochwertige Kies abgetragen und aus der Region weggekarrt werden sollte, war uns unheimlich», blickt Alfred Sandmeier 35 Jahre zurück. Die geplante Abbaumenge hätte in etwa 11 Mal dem Staufberg entsprochen. Noch heute schüttelt er den Kopf bei diesem Gedanken. Die Opposition gegen das Projekt war gar nicht nach dem Gusto der Staufner Behörden. Sandmeier schmunzelt und sagt dann: «Die ‹Gmeind› hatte nicht immer Freude an dem, was wir gemacht haben.» Heute sieht man das auch bei der Gemeinde anders. Gemeindeammann Otto Moser ist überzeugt, dass die Natur durch den langsameren und damit verträglichen Kiesabbau gewonnen hat. Moser hat damals noch nicht in Staufen gewohnt, er ist wenige Monate später in die Gemeinde gezogen.

Alfred Sandmeier und seine Frau Verena sind mit Leib und Seele Staufner, haben sich mit Herzblut für das Gemeinwohl eingesetzt, sind stets dem Ruf gefolgt, wenn eine Sache an sie herangetragen wurde. Und sie tun dies auch heute noch, und zwar in einem ausserordentlich hohen Ausmass, sagt Gemeindeammann Moser. Wenn also heute Abend das Ehepaar Sandmeier an der Gemeindeversammlung das Ehrenbürgerrecht erhält, so hat es sich diesen Titel redlich verdient.

Retterin der Dorfzeitung

1994 stand die Dorfzeitung «Usrüefer» vor dem Aus. Verena Sandmeier hat sich der Sache angenommen. Allerdings mit der Auflage, das 4-seitige Faltblatt auszubauen zu können und «daraus etwas Rechtes zu machen», erzählte sie der az vor zwei Jahren. Damals gab sie die Leitung der Redaktionskommission nach 19 Jahren auf. Zum 975-jährigen Bestehen der Gemeinde schrieb Verena Sandmeier das Theater «Dorfgschichte».

Alfred Sandmeier hat in der Gemeinde verschiedenste Ämter inne gehabt. Unter anderem wirkte er in den 70er-Jahren für eine Amtsperiode im Gemeinderat und 12 Jahre in der Schulpflege. Dass Staufen heute eine Rebbaugenossenschaft hat, ist nicht zuletzt Sandmeiers Verdienst. Er war Mitinitiant des eigenen Rebsafts und arbeitet auch heute noch engagiert im Rebberg mit. «Ein kräftiger Rotwein ist Lohn für so manchen Schweisstropfen», freut er sich.

Die Ehrung komme für sie überraschend, sagen Sandmeiers. Bescheiden halten sie fest: «Dass wir uns für den Ort, in dem wir wohnen auch einsetzen, ist für uns selbstverständlich.»

Diverse Kreditabrechnungen

Auf der Traktandenliste der heutigen Gmeind stehen zudem sieben Kreditabrechnungen, denen aber lediglich zwei Geschäfte zugrunde liegen: Die Sanierung des Wiligrabens und der Neubau des Gemeindehauses. Bei letzterem fällt einzig die Abweichung in der Schlussrechnung auf. Mit gut 5,2 Mio. Franken wurde der Verpflichtungskredit um 334 000 Franken überschritten. «Mit sieben Prozent ist der Betrag innerhalb der tolerierten Kostenabweichung», sagt Moser. Die Mehrkosten werden begründet mit der Wahl von erhöhten Sicherheitseinrichtungen im Bereich der Brandmelde- und Alarmanlage, dem Schliesssystem, der Schalldämmung im Schalterbereich und der Telefonanlage. Für Datenbezug und -sicherung wurde zwischen dem alten Schulhaus und dem neuen Gemeindehaus eine Glasfaserleitung erstellt.

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