Niederlenz
Zum Start des Jahrhundert-Werks müssen Bäume weichen

Nächste Woche beginnen die Vorarbeiten für die Sanierung der Hauptstrasse, die rund drei Jahre dauern wird. Bevor jedoch die Sanierungsarbeiten beginnen können, müssen Bäume gefällt werden.

Fritz Thut
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Die umfangreichen Sanierungsarbeiten der Hauptstrasse durch Niederlenz beginnen zwischen dem Hetex-Areal und dem Dorfrain; dazu müssen zuerst Bäume entlang des Aabachs geschlagen werden. tf

Die umfangreichen Sanierungsarbeiten der Hauptstrasse durch Niederlenz beginnen zwischen dem Hetex-Areal und dem Dorfrain; dazu müssen zuerst Bäume entlang des Aabachs geschlagen werden. tf

Vor 55 Jahren wurde der erste Kredit gesprochen. Dann passierte lang wenig bis nichts. Doch im nächsten Monat geht es nun definitiv los. Die Sanierungsarbeiten an der Niederlenzer Hauptstrasse, die gemäss den Zeitplänen der Ingenieure im Oktober 2015 abgeschlossen sein werden, beginnen.

Kosten von 13 Millionen Franken

Der Ausbau der Durchfahrt durch Niederlenz, die keine Verbreiterung der Fahrbahn vorsieht, ist für das Dorf nicht nur wegen der langen Planungszeit ein Jahrhundert-Werk. Das Projekt, bei dem der Kanton Aargau als Bauherr auftritt, sieht ein Gesamtinvestitionsvolumen von 13 Millionen Franken vor.

Der Anteil der Gemeinde beträgt voraussichtlich 7 Millionen Franken, wobei der Bundesbeitrag aus dem Agglomerationsprogramm von 2,8 Millionen Franken noch für eine Reduktion sorgen könnte.

«Im Nachhinein können wir froh sein, dass die ersten Projekte nicht realisiert wurden», gewinnt der zuständige Niederlenzer Gemeinderat Thomas Hofstetter dem langen Warten auf die Sanierung der Hauptverkehrsachse einen positiven Aspekt ab. Ein letztes Projekt von 1991 wurde inzwischen massiv überarbeitet und aktualisiert. Auf die vorgezogene Hochwasserentlastung wurde dabei ebenfalls Rücksicht genommen, sodass das vorliegende Projekt «den heutigen Bedürfnissen entspricht» (Hofstetter).

Für die Gemeinde Niederlenz ist die Sanierung der Hauptstrasse mehr als eine reine Verbesserung der Fahrbahnen für den Motorverkehr. Mit verschiedenen flankierenden Massnahmen, Trottoirs, Zebrastreifen und der Erweiterung von Liegenschaftsvorplätzen erhält man einen gestalteten Strassenraum und mit der Aufmöblung des Dorfplatzes werde das Ortsbild aufgewertet. «Der Verkehr wird beruhigt und der gesamte Lebensraum damit aufgewertet», ist Gemeinderat Hofstetter überzeugt.

Strassensperre wegen Baumfällen

Die umfangreichen Sanierungsarbeiten der rund 800 Meter langen Strecke zwischen dem Hetex-Areal im Süden und dem Gebiet Schürz im Norden wurden in neun Abschnitte eingeteilt. Der Startschuss für die eigentlichen Bauarbeiten der ersten Etappe erfolgt am 15. Oktober.

Noch vorher treten jedoch die Förster in Aktion. Weil die Fahrbahn im Bereich der eher exklusiven Tempo-40-Zone bis zu vier Meter nach Westen verschoben werden muss, müssen entlang dem Aabach und auf der kleinen Insel zwischen Aabach und Oberwasserkanal Bäume gefällt werden.

Diese Arbeiten, für die teilweise Spezialmaschinen eingesetzt werden müssen, beginnen schon nächste Woche. Das Ausholzen erfolgt grösstenteils von der Westseite aus, doch am 1. Oktober muss die Strassen zwischen Hetex und Brücke Dorfrain zwischen 8 und 16 Uhr vollständig gesperrt werden. Eine Umleitung wird signalisiert.

Naturfreunde müssen wegen dem Verlust der Bäume keine Angst haben. Das Areal samt Insel wird nachher mit einheimischen Hölzern aufgeforstet und neu gestaltet.

Rückstaus sind zu erwarten

Die Arbeiten an der Strasse sind so geplant, dass für den Verkehr immer mindestens eine Spur zur Verfügung steht. Mit Rückstaus, speziell in den Stosszeiten, ist jedoch während der ganzen dreijährigen Bauzeit zu rechnen.

Die Unannehmlichkeiten lassen sich verschmerzen, wenn man weiss, dass die Hauptstrasse nachher für alle, besonders die schwächeren Verkehrsteilnehmer viel sicherer wird. In diesem Sinne haben sich die dannzumal 58 Jahre Warten gelohnt.