Lenzburg
Zum Abstimmen gabs für die Aktionäre einen Televoter

An der 145. Aktionärs-GV der Hypothekarbank Lenzburg gab es Neuerungen, es wurde aber auch die Tradition gepflegt. Die 997 anwesenden Aktionäre stimmten elektronisch ab.

Fritz Thut
Drucken
Teilen
Bei der Eingangskontrolle bekamen alle Hypi-Aktionäre einen persönlichen Televoter überreicht.

Bei der Eingangskontrolle bekamen alle Hypi-Aktionäre einen persönlichen Televoter überreicht.

André Albrecht

Die Schlange vor der Mehrzweckhalle war länger als sonst. Doch der Grund waren nicht das erstmals eingesetzte elektronische Abstimmungsverfahren, sondern eher der grosse und eher späte Aufmarsch. 997 Aktionäre der Hypothekarbank Lenzburg (Hypi) wollten am Samstag bei der 145. Generalversammlung persönlich dabei sein.

Bei der Zutrittskontrolle wurde den Teilhabern an acht Stationen ein elektronisches Abstimmungsgerät abgegeben. Auf dem Televoter genannten, einer altertümlichen Fernsehfernbedienung nicht unähnlichen Gadget, wurde durch Strichcodeleser in Windeseile die entsprechende Aktien- und Stimmenzahl gespeichert.

Die Hypi als «Fels in der Brandung»

Während des geschäftlichen Teils der Generalversammlung der Hypothekarbank Lenzburg (Hypi) nahmen die Aktionäre Kenntnis vom Geschäftsbericht. Gemäss Verwaltungsratspräsident Max Bühlmann hat die Hypi das Geschäftsjahr 2013 «trotz kräfteraubender Beschäftigung auf Nebenschauplätzen erfolgreich abgeschlossen».

Diese Ablenkung hat man verschiedenen Faktoren zu verdanken: Dem Steuerabkommen mit den USA («da wurden rückwirkend Spielregeln geändert», so Bühlmann), den Regulatorien der Finanzmarktaufsicht und der Minder-Initiative. Durch die mannigfaltigen Auflagen würden «kleine Banken immer mehr an den Rand der Existenz gedrängt», so der Verwaltungsratspräsident.

Marianne Wildi als Vorsitzende der Geschäftsleitung lieferte jedoch erneut erfreuliche Zahlen. Die Hypi, so der CEO, «präsentiert sich als Fels in der Brandung». Dank «vorsichtiger Ausleihpolitik und hoher Eigenkapitalquote» sei man eine «doppelt stabile Bank». (tf)

Für die technische Infrastruktur zog die Hypi die in Berikon angesiedelte Firma GroupConsulter AG zu: «Das Ganze ist relativ aufwendig», hielt Geschäftsführer Michael Dürst fest, wohl wissend, «dass uns dies ‹Minder› eingebrockt hat». Die Televoter seien sehr zuverlässig und funktionierten bis zu einer Reichweite von einem Kilometer.

So lange Strecken waren in Lenzburg nicht nötig. Trotz gut gefüllter Mehrzweckhalle blieb alles im gewohnten, fast familiären Rahmen. Die Hypi-GV ist für viele Aktionäre ein alljährliches Ritual, an dem man Bekannte trifft. Nicht umsonst spricht die Bank selbst vom «zweitgrössten gesellschaftlichen Anlass in Lenzburg».

Bevor man jedoch zum gemütlichen Teil und dem offerierten Abendessen in die Lenzburger Restaurants dislozieren konnte, galt es den statutarischen Teil abzuwickeln. Erstmals wurden im Sinne der angenommenen Abzockerinitiative die Organe separat gewählt. Zu den Sachgeschäften und später zu jedem einzelnen Verwaltungsrat konnte auf dem Televoter 1 (Ja), 2 (Nein) oder 3 (Enthaltung gewählt werden. «Am Ende werden Sie eine grosse Fingerfertigkeit haben», versprach Verwaltungsratspräsident Max Bühlmann.

Zusammen mit den im Vorfeld abgegebenen 600 schriftlich ausfüllten Formularen und den 130 Aktionären, die von der erstmals angebotenen Möglichkeit der Internetabstimmung Gebrauch machten, ergaben sich in den Sachabstimmungen Zustimmungswerte von nordkoreanisch anmutenden 98,8 Prozent.

Bei den zwölf allesamt wieder antretenden Verwaltungsräten gab es mit Zahlen zwischen 80,5 und 97,7 Ja-Prozenten doch eine gewisse Bandbreite zu beobachten. «Uns ist aufgefallen, dass zwei Seetaler die besten Werte erreicht haben», lieferten die transparenten Zahlen auf dem Weg zur «Krone» Gesprächsstoff.

Auflagen und neue Technik hin oder her, die Hypi hält die Traditionen hoch: Bei Schweinshalsbraten mit Zwetschgen, Gratin und Gemüse stiess man auf ein gutes Jahr an.

Aktuelle Nachrichten