Lenzburg

Zum 200-Jahr Jubiläum wird die Bibliothek zum Treffpunkt der Generationen

«Wir sind Leseratten», sagt Neuzuzügerin Sabina Skrijel mit Tochter Sheyla und Neffe Aldian. Str

«Wir sind Leseratten», sagt Neuzuzügerin Sabina Skrijel mit Tochter Sheyla und Neffe Aldian. Str

Die Stadtbibliothek Lenzburg feierte ihr 200-Jahr-Jubiläum mit einem wortreichen Unterhaltungsprogramm. Geschichtenerzähler Jürg Steigmeier und Autor Franz Hohler begeisterten mit ihren Auftritten das Publikum.

«De Joggeli söll go Beerli schüttle.» Schon nach wenigen Augenblicken hat Geschichtenerzähler Jürg Steigmeier Klein und Gross im ersten Stock der Stadtbibliothek in seinen Bann gezogen. Steigmeier weiss, wie er sein Publikum begeistern kann.

Der Autor und Kabarettist Franz Hohler tut es ihm anschliessend gleich: Die beiden Künstler servieren den jüngeren und reiferen Büchereibesuchern zum Anlass des 200-jährigen Bestehens der Kulturinstitution ein nachmittagfüllendes Programm mit Geschichten und Gedanken zum Lachen, Staunen und Nachdenken.

Für Neujahrsblätter aufgearbeitet

Bereits am Morgen hatte Heiner Halder den Gästen in einer bilderreichen Ansprache die 200 Jahre alte wechselvolle Entwicklung der Stadtbibliothek lebendig gemacht. Dafür hatte er in unzähligen Protokollen und Dokumenten gestöbert.

«Zusammengekommen ist ein buntes Bild über den unaufhaltsamen Erfolg der Institution ebenso wie auch ein interessantes Abbild des jeweiligen Zeitgeistes.» Halder hat die Bibliothekskommission früher selber präsidiert und die Geschichte für die Ende Monat erscheinenden Neujahrsblätter aufgearbeitet.

Von Landolt zu Brauen

Vielen Lenzburgern bekannt sein dürfte noch Josef Landolt, der über vierzig Jahre lang als Bibliothekar amtierte. Er wurde 1973 durch Alfred Huber abgelöst, der über dreissig Jahre lang wirkte. In die Zeit Hubers fallen grössere Veränderungen wie die Einführung eines elektronischen Ausleihsystems und der Nonbooks.

Seit 2007 leitet Lotti Brauen die Bibliothek. Mit einem wachen Innovationsgeist und der Unterstützung von fünf Teilzeit-Mitarbeiterinnen treibt sie den Umbau von der trockenen Bücherausleihe zum Begegnungsort für alle Generationen voran: Die Kaffee-Ecke ist ein sichtbares Zeichen dafür.

«Früher wurde in der Bibliothek nur geflüstert. Unsere Räume sollen jedoch mit Lachen erfüllt werden. Ebenso möchten wir die Leute einladen, sich mehr Zeit zu nehmen. Wir möchten, dass sie einen Moment bei uns verweilen, mit den andern Anwesenden Kontakt suchen. Eine Tasse Kaffee ist der beste Weg dazu», unterstreicht Lotti Brauen ihr Konzept.

Die Ausleihzahlen bestätigen die Bemühungen. Sie sind in den vergangenen Jahren von Rekord zu Rekord geeilt und haben mittlerweile die 100 000er-Grenze überschritten. Den 2200 eingeschriebenen Abonnenten stehen 32 000 Medien (Books und Nonbooks) zur Auswahl.

An die Betriebskosten leisten nebst der Stadt Lenzburg auch die Gemeinden Staufen und Schafisheim Beiträge. Möglicherweise kommt bald ein weiterer Partner hinzu: «Othmarsingen hat das Gespräch mit uns gesucht», bestätigt Kurt Frischknecht, Präsident der Bibliothekskommission.

Einladende helle Ausleihräume

In den vergangenen Monaten ist der alte Spittel mit verschiedenen Sanierungsmassnahmen und baulichen Veränderungen bedürfnisgerecht angepasst worden.

Just zum Jubiläum erstrahlten die Räumlichkeiten in neuem Glanz: Ein neues Beleuchtungssystem, innen wie aussen frische Farbanstriche, einen Lift, um das Gebäude endlich rollstuhlgängig und kinderwagengerecht zu machen und die Sanierung der Toiletten hatten auf der Wunschliste der Bibliothekskommission gestanden.

Meistgesehen

Artboard 1