An der 54. Generalversammlung vom Gewerbeverein Seetal wurde offiziell verkündet, dass die für dieses Jahr geplante Gewerbeausstellung Sega ausfällt. «Wir hatten trotz mehrmaliger Verlängerung der Anmeldefrist einfach zu wenige Teilnehmer in Aussicht», sagt OK-Präsident und Seenger Gemeinderat Eli Wengenmaier. «Das finanzielle Risiko wäre deshalb zu gross gewesen.»

«Wir hätten die Sega gerne im Oktober durchgeführt.» Als die Anmeldefrist anlief, kam dann die grosse Enttäuschung: Drei Mal musste sie verlängert werden und sogar Auswärtige, die nicht Mitglied des Gewerbevereins sind, wurden zugelassen. Trotzdem reichte es nicht: 50 Anmeldungen waren das vom OK gesteckte Minimalziel, bei 41 blieb der Zähler stehen.

«Wir hätten es wohl geschafft, noch auf 50 Anmeldungen zu kommen», relativiert Wengenmaier. Doch war auch die von den Ausstellern gemietete Fläche deutlich kleiner als in vergangenen Jahren, wodurch das hohe finanzielle Risiko bestehen blieb. Im Innenbereich konnten 500 Quadratmeter Ausstellungsfläche verkauft werden, aussen sogar nur 188 Quadratmeter.

Leere Gwärbi-Flächen drohten

Insgesamt wären deshalb bis zu 560 Quadratmeter leer geblieben. «Deshalb mussten wir den Stecker ziehen, die Rahmenbedingungen waren nicht gegeben. Das hätte ein riesiges Loch ins Budget des Gewerbevereins gerissen», sagt Wengenmeier. Der Verein operiert mit jährlichen Mitgliederbeiträgen über etwa 22 000 Franken und hat ein Vereinsvermögen von 36 000 Franken. «Wir hätten eine Sparrunde starten müssen, die dem Verein nicht gerecht wird», führt Wengenmaier aus.

Wichtig sei ausserdem auch, dass der Rahmen vor Ort stimmt, sprich: Dass auf der Sega genügend Leben herrscht. Zuletzt drohten leere Flächen auch einen Image-Schaden zu verursachen und enttäuschte Besucher zurückzulassen.

«Eine Schande»

«Dass wir selbst jetzt, nachdem wir den Gewerbeverein Seengen in einen Gewerbeverein für das Seetal umgebaut haben, nicht genügend Anmeldungen finden, ist eine Schande», bilanzierte ein Teilnehmer der Generalversammlung. Was sind also die Gründe für das Scheitern? «Bisher konnten sich die Gewerbetreibenden gut präsentieren, die letzte Ausgabe hatte gut 10 000 Besucher über ein Wochenende», sagt Eli Wengenmaier. Und die Qualität sei gegeben gewesen, alle OK-Mitglieder hätten bereits Erfahrung in der Umsetzung der Gwärbi gehabt. Von Kinder schminken bis zu Helikopter-Rundflügen über dem Seetal sei alles schon geplant gewesen. Wengenmaier sucht nach einer Erklärung: «Es scheint, dass das Bedürfnis nach so einer Ausstellung zu klein ist. Wir müssen uns nun fragen, was der Zeitgeist ist und wo heute die Bedürfnisse bei den Gewerbetreibenden liegen».

Konkurrent Internet

Der Rahmen sei wohl nicht mehr derselbe, das globale Internet macht der lokalen Gewerbeausstellung Konkurrenz: «Unternehmen präsentieren sich vermehrt online», sagt Wengenmaier. Dazu kommt, das wohl viele Unternehmen am Sparen seien. «Und gerade für kleinere Unternehmen ist so eine Gewerbeausstellung mit einem hohen Personalaufwand verbunden», sagt Wengenmaier. Die nächsten zwei Jahre soll es sicher zu keinem neuen Anlauf kommen, was danach ist, lässt Wengenmaier offen. Er lädt alle Gewerbler dazu ein, Ideen einzubringen, um der Sega neues Leben einhauchen zu können und bleibt optimistisch: «Wir werden alles genau unter die Lupe nehmen. Vielleicht kommt dabei ja sogar ein ganz neues Format heraus, das es so noch nie gegeben hat».

Neues Konzept

In Beinwil am See und Birrwil hat man bereits umgedacht. Dort wird die nächste Gewerbeausstellung am 5. Mai in der Gestalt eines Gewerbekarussels daherkommen: 44 Aussteller organisieren sich dezentral und bauen gemeinsam im ganzen Dorf verschiedene Attraktionen auf. Ein Shuttle-Betrieb mit Bus und Bähnli verbindet die verschiedenen Standorte, Konzerte, eine Festwirtschaft und eine Hüpfburg sorgen für zusätzliche Unterhaltung. «Ich empfehle allen, nach Beinwil am See und Birrwil zu gehen und sich diese tolle Sache anzuschauen», schliesst Eli Wengenmaier die Generalversammlung. Sie fand passenderweise im Restaurant Schifflände statt – in Birrwil.