Lenzburg
Zu viele Überstunden und zu kurze Öffnungszeiten

Wegen personeller Engpässe und Konkurrenzdrucks soll eine Umstrukturierung der Kieswerke Niederlenz und Lenzburg geprüft werden. Ein Zusammenschluss könnte vieles erleichtern und verbessern.

Ramona Patt
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Kieswerk in Niederlenz

Kieswerk in Niederlenz

Ramona Patt

Gemäss einer Situationsanalyse sollen die Kieswerke Niederlenz und Lenzburg gut laufen und die Beton Niederlenz-Lenzburg AG im Markt gut positioniert sein, so heisst es in einer gemeinsamen Mitteilung der beiden Ortsbürgergemeinden und der Beton AG. Dennoch bestünden personelle Engpässe und der Konkurrenzdruck nehme stetig zu. Aus diesen Gründen solle nun eine Umstrukturierung der drei Betriebe geprüft werden.

Die beiden Kieswerke Niederlenz und Lenzburg werden von den jeweiligen Ortsbürgergemeinden mit eigenem Personal betrieben. Die Beton AG hat in diesen beiden Kieswerken je ein Betonwerk. Dessen Produktionsanlagen werden ebenfalls vom Personal der Kieswerke betreut. Nun steht der Gedanke im Raum, ob die Kieswerke fusionieren und die Beton AG sich beteiligen soll.

An den jeweiligen Ortsbürgerversammlungen Lenzburg im Dezember und Niederlenz im November wird über einen Verpflichtungskredit von 150 000 Franken für die Erarbeitung detaillierter Entscheidungsgrundlagen abgestimmt. Ende 2013 soll dann aufgrund dieser Unterlagen entschieden werden, ob eine Fusionierung der beiden Kieswerke und die Beteiligung der Beton AG zustande kommt. Voraussichtlich auf 1. Januar 2014 wird dann die Umstrukturierung durchgeführt.

Viele Vorteile und ein Nachteil

Gemeinsam suchten die Kieswerke und die Beton AG nach Lösungen für die verschiedenen Probleme. «Man realisierte, dass eine engere Zusammenarbeit vieles einfacher machen würde», erklärt Stadtrat Martin Stücheli, Präsident der Kieswerkkommission Lenzburg. Die Konkurrenz sei gross und ein Zusammenschluss der Kieswerke mit Beteiligung der Beton AG habe mehrere Vorteile. So gäbe es unter anderem eine optimale Betriebsgrösse. Schaue man die Kieswerke einzeln an, so seien sie im kleinen bis mittleren Segment. Durch die Zusammenschliessung würden sie konkurrenzfähiger.
Unabhängig vom Entscheid über die Zukunft der Kieswerke müsse jedoch eine Lösung für den Personalengpass gefunden werden.

Stücheli sagt weiter: «Das Personal ist am Anschlag. Es werden bereits jetzt viele Überstunden generiert.» Mindestens 100 Stellenprozent würden fehlen und sollten neu besetzt werden. Auch sei es ein Ziel, durchgehend zu arbeiten. Das heisst nicht wie bisher von 7 bis 11.30 Uhr und am Nachmittag von 13 bis 16 Uhr, sondern durchgehend von 6.30 bis 17.30 Uhr. Das Personal könne durch die Fusion untereinander ausgetauscht werden.

Doch gäbe es natürlich auch einen Nachteil, so Stücheli. Die Einflussmöglichkeiten der Ortsbügergemeinden werden kleiner. Der Besitz des Landes sei zwar immer noch in deren Händen und auch die Abbau- und Deponieentschädigungen erhielten sie weiterhin, erklärt Stücheli: «Dennoch verlieren sie den operativen Teil der Kieswerke.»

Falls sich einer der drei Parteien gegen die Abklärungskredite entschiede, so gäbe es die Möglichkeit, dass man mit zwei Partnern weiterfahre, erklärt Stefan Fehlmann, Geschäftsleiter der Beton AG.

Der Zeitpunkt, um über eine engere Zusammenarbeit zu sprechen, sei gut gewählt. So seien alle Anlagen auf dem neusten Stand und keiner der Beteiligten in einer Zwangssituation, sagt Stücheli weiter: «Die Chance, dass etwas Gutes rauskommt, ist gross.»