Beinwil am See
Zu gefährlich: Gemeinde demontiert Weihnachtsbeleuchtung

Die Weihnachtsbeleuchtung der Gemeinde Beinwil am See löschte in ganzen Strassenzügen das Licht aus. Wegen vier defekten Exemplaren musste die gesamte Beleuchtung demontiert werden.

Janine Gloor
Drucken
Teilen
Vor vier Jahren wurden die Sterne vom damaligen Gemeinderat entworfen und von der Firma Neon Bächli hergestellt.ZVG

Vor vier Jahren wurden die Sterne vom damaligen Gemeinderat entworfen und von der Firma Neon Bächli hergestellt.ZVG

zvg

Noch zehn Tage bis zu Heiligabend. Zehn Tage voller Weihnachtsvorfreude mit geschmückten Schaufenstern, Glühwein am Weihnachtsmarkt und Weihnachtsbeleuchtung entlang der Strassen. Ausser in Beinwil am See. Dort wurde am Mittwoch die Weihnachtsbeleuchtung demontiert. Schweren Herzens, wie Gemeindeammann Peter Lenzin sagt. Doch: «Die Weihnachtsbeleuchtung hat grosse Probleme verursacht.» Denn die zweifarbigen Sterne haben wiederholt Kurzschlüsse ausgelöst. In der Nacht auf Mittwoch gleich mehrere Male.

Weil die Beleuchtung von den Strassenlampen Strom abzapft, fällt bei einem Kurzschluss auch die Strassenbeleuchtung aus. So lagen zeitweilen ganze Strassenzüge im Dunkeln. Dann musste der Leiter Werkdienste, Thomas Mosimann, ausrücken oder die EWS Energie AG informieren. Die Sterne stellten sich und ihre Stromgeber ohne grosses Aufsehen ab – Funkenregen oder Gefahr für Stromschläge gab es keine. «Doch die dunklen Strassen stellten ein Risiko für die Verkehrssicherheit dar», sagt Lenzin. Deshalb hat der Gemeinderat gestern den Entscheid gefällt, die Beleuchtung herunterzunehmen.

Feuchtigkeit dringt in Sterne ein

Die Beinwiler Weihnachtsbeleuchtung ist erst vier Jahre alt. «Die speziellen Sterne wurden vom damaligen Gemeinderat entworfen», sagt Lenzin. Hergestellt hat sie das Beinwiler Geschäft Neon Bächli. «Vermutlich ist etwas mit dem Material der Sterne nicht in Ordnung.» Denn die Kurzschlüsse wurden durch Feuchtigkeit verursacht, die in die Sterne eindringt. «Es hat schon immer einen Stern gegeben, der Feuchtigkeit aufgenommen hat», sagt Peter Lenzin. Doch dieses Jahr haben sich die Ausfälle gehäuft. Die Suche nach dem Stern, der den Kurzschluss verursacht hat, habe sich als äusserst schwierig und zeitintensiv herausgestellt, wie die Gemeinde mitteilt. Zudem seien keine Ersatzsterne mehr vorhanden.

Der Grund, dass Feuchtigkeit in die Sterne eindringen kann, sind defekte Steckverbindungen bei der Einspeisung des Sterns in die Strassenlampe. «Die Dichtung ist ein vorfabriziertes Teil, das wir eingekauft haben», sagt Peter Bächli, Geschäftsleiter der Firma Neon Bächli. «Wir haben die Sterne nach bestem Wissen und Gewissen hergestellt und uns auf unsere Lieferanten verlassen.» Dass die Beleuchtung abmontiert werden musste, ärgert ihn gewaltig. In seiner Werkstatt ist Bächli bereits daran, eine neue Dichtung auszutüfteln. Den Lieferanten wird er nicht mehr berücksichtigen, er will sie selber konstruieren. Nach Bächlis Schätzung sind von 40 Sternen etwa vier defekt.

Suche nach Ersatzbeleuchtung

Muss Beinwil jetzt für den Rest der Adventszeit und während der Festtage ohne eine Weihnachtsbeleuchtung auskommen? «Wir sind intensiv daran, Alternativen zu prüfen», sagt Peter Lenzin. Vielleicht gebe es eine Gemeinde, die noch eine Ersatzbeleuchtung im Keller habe. «Wir werden auf jeden Fall bei den Nachbargemeinden einen Aufruf starten.» Doch die Erfolgsaussichten seien gering. «Es ist eher unwahrscheinlich, dass wir eine Ersatzlösung finden werden.» Denn eine neue Beleuchtung müsse auch zu den Halterungen und den Steckdosen in den Strassenlaternen passen.

Aktuelle Nachrichten