Lenzburg

Zu Besuch bei Messer Schweiz AG: «In der Schweiz kann man mit den Behörden reden»

Regierungsrat Urs Hofmann lässt sich von Messer-Schweiz-Geschäftsführer Hans Michael Kellner den Betrieb zeigen. Alex Spichale

Regierungsrat Urs Hofmann lässt sich von Messer-Schweiz-Geschäftsführer Hans Michael Kellner den Betrieb zeigen. Alex Spichale

Zum zweiten Mal innert 10 Tagen besuchte Regierungsrat Urs Hofmann einen Betrieb im Bezirk: Nach den Hauri-Kiesgruben war die Reihe diesmal an der Messer Schweiz AG, der «Suurstoffi».

Die Anlagen und Gebäude des Industriegase-Spezialisten liegen an der Seonerstrasse in Lenzburg; durch Bäume weitgehend von der Kantonsstrasse abgeschirmt. Zusammen mit einigen Chefbeamten wollte sich Volkswirtschaftsminister Hofmann vor Ort ein Bild der Firma machen.

Seit 105 Jahren wird hier der für das damals neu aufgekommene Metallschweissen benötigte Sauerstoff produziert. Die im Volksmund «Suurstoffi» genannte Fabrik, wurde vor elf Jahren in die Messer Schweiz AG umbenannt.

Nun die Tochterfirma einer deutschen Holding, produziert Messer Schweiz AG heute bei weitem nicht mehr nur industriell nutzbaren Sauerstoff, sondern eine ganze Palette von rund 700 verschiedenen Spezialgasen. «Nahezu überall in der Industrie werden Gase von uns verwendet», so Hans Michael Kellner, der Geschäftsführer der Messer Schweiz AG.

Als besonders anschauliches Beispiel für die Omnipräsenz von Gasen im täglichen Leben erwähnt Kellner, die Cellophanhüllen des Grossverteiler-Salats, die mit Stickstoff gefüllt sind, um vorzeitiges Verderben des Grünzeugs zu verhindern.

Hofmann wollte als Erstes wissen, wie es um die Sicherheit steht: «Sind Sie sicher, dass die Fabrik hier nicht in die Luft fliegen kann?» Kellner konnte den Regierungsrat und damit die Öffentlichkeit beruhigen: «Die Gasindustrie ist viel sicherer als alle andere Industriesparten.» Die oft gehörte Frage basiert auf einer Ungewissheit: Gase sieht und schmeckt man meist nicht. Unsicherheit durch Unsichtbarkeit.

Ausbau ist geplant

So sah die Gruppe um Hofmann auf dem anschliessenden Betriebsrundgang Gas nur indirekt – in teilweise riesigen Stahlflaschen. «Ich bin sehr beeindruckt, dass hier die ganze Produktionskette vorhanden ist», so Hofmann, «und dass dies so bleiben soll.» Die Messer Schweiz AG will in Lenzburg bleiben und aktuell sind sogar weitere Ausbauschritte für total rund drei Millionen Franken vorgesehen.

Eine neue Produktionshalle für den stetig wichtiger werdenden Bereich «Homecare» ist kurz vor der Vollendung. Ein neues Bürogebäude soll bald folgen.

Beim Gedankenaustausch mit den Behördenvertretern gab CEO Kellner seinem Unmut über immer mehr Auflagen Ausdruck: Bei einer Gasrückgewinnungsanlage würden die Anlagenkosten von 870 000 Franken wegen Auflagen mehr als verdoppelt.

Doch der Deutsche an der Messer-Spitze sieht hier einen Unterschied zu andern Regionen der Gesamtfirma: «In der Schweiz kann man mit den Behörden reden.» Dies bestätigte auch der Lenzburger Stadtammann Daniel Mosimann: «Beim Arealumbau wollen wir Hand bieten, um gemeinsam die beste Lösung zu finden.»

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