Rupperswil
Zelt und Röschti sind bei Töff-Touren im Gepäck

Seit 25 Jahren gibt es die Motorradfreunde im Dorf. Alte Schulfreunde, die ihre Leidenschaft mit den schnellen Zweirädern teilen. Harte Rocker sind sie nicht – aber auch keine Weicheier.

Irena Jurinak
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Blick zurück: Seit 25 Jahren fahren die Motorradfreunde gemeinsam aus. zvg

Blick zurück: Seit 25 Jahren fahren die Motorradfreunde gemeinsam aus. zvg

Die Töff-Familie in Rupperswil wird dieses Jahr 25 Jahre alt. 1986 gründeten ein paar «Enthusiasten», wie es Vereinspräsident Harald Pichler ausdrückt, die Motorradfreunde Rupperswil. «Wir waren Schulkollegen und manche kannten sich schon seit dem Kindergarten», erinnert sich Pichler. Aus den Töffli-Buben wurden Motorradfans, die regelmässige gemeinsame Ausfahrten machten. «Das Feuer war immer da.»

Noch heute sind fast alle der Gründungsmitglieder dabei – bei manchen fährt bereits der Nachwuchs mit. «Mit der Zeit wechselte mancher vom Solotöff auf den Seitenwagen.»

Bunter Töff-Haufen

Was sie verbindet, ist die Leidenschaft für Zweiräder. Auf die Marke kommt es nicht an: «Enduro oder Seitenwagen, Harley, BMW oder Honda, alle sind bei uns vertreten», sagt Willi Zimmermann.

Auf den Ausflügen wird immer gemeinsam gefahren, jeder ist verantwortlich für seinen Hintermann. Auf dem Motorrad können sie vom Alltag abschalten. «Das Reisen mit dem Töff, das Unterwegssein, das Zigeunerleben macht den Reiz aus», sagt Harald Pichler. Das Zelt gehört immer ins Gepäck, ein Kocher auch – und eine Röschti. «Bevor wir von einem Treffen nach Hause fahren, brät jeder in seiner Pfanne auf dem Feuer zum Zmorge eine Röschti. Das ist schon fast ein Ritual geworden.»

Weder Rocker noch Weicheier

Harte Rocker sind sie nicht. «In Bristen haben sie ganz früher die Frauen und Kinder reingeholt, wenn wir ankamen», scherzt Harald Pichler. Mittlerweile seien sie dort herzlich willkommen. «Aber natürlich sind wir auch keine Weicheier», fügt er lachend hinzu. «Wir gehen nie mit einem Anhänger zu einem Töff-Treffen. Wir fahren jeden Kilometer.»

Zum Image der harten Rocker passen übrigens auch die Ausfahrten nicht, welche die Motorradfreunde für Bewohner des Alters- und Pflegeheims Länzerthus in Rupperswil schon mehrmals organisierten.

Ihr Klublokal im dämmrigen Untergeschoss eines Industriebetriebes im Breechli ist klein, eine Bar, eine Musikanlage und ein Pokertisch gehören zum Interieur. Es geht um Geselligkeit. Auf dem Jahresprogramm stehen auch Anlässe, ohne Motorrad. Tradition ist mittlerweile zum Beispiel ein dorfinternes Freundschaftsturnier gegen den Pétanque-Klub.