Seengen
Zahlen sind hervorragend: Ist der Steuerfuss in Seengen zu hoch?

Der Ertrag lag letztes Jahr wieder 330'000 Franken über dem Budget. Einziger Wermutstropfen: Das Traumresultat vom Vorjahr wurde nicht ganz erreicht.

Urs Helbling, Anja Suter
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Die Gemeinde Seengen hat einen Steuerfuss von 77 Prozent.

Die Gemeinde Seengen hat einen Steuerfuss von 77 Prozent.

Michael Küng

Von den drei Steuerparadiesen Meisterschwanden (60 Prozent), Staufen (76 Prozent) und Seengen (77 Prozent) präsentiert letzteres traditionellerweise den Steuerabschluss am schnellsten: Die am Dienstag für das Jahr 2020 vorgelegten Zahlen sind wieder hervorragend. Die Steuererträge erreichten 11,34 Millionen Franken. Das Budget wurde um 330'000 Franken übertroffen, was in Seengen knapp drei Steuerprozenten entspricht (1 Steuerprozent sind 119'500 Franken). Einziger Wermutstropfen: Das Traumresultat vom Vorjahr (11,53 Mio. Fr.) wurde nicht ganz erreicht. Dafür stieg die Steuerkraft um weitere 25 auf 3401 Franken pro Einwohner. «Ein Bestwert», freut sich der Gemeinderat.

Deutlich mehr Nachzahlungen als erwartet

Im letzten März sagte Gemeindeammann Jörg Bruder: «Der Steuerfuss wird bei der Budgetierung für das Jahr 2021 speziell im Fokus sein.» Doch dann ging man im Herbst auf Nummer sicher und beliess angesichts Corona den Steuerfuss auf 77 Prozent. Im Wissen, dass die Steuererträge über dem Budget sein werden.

«Hier waren 2019 ausserordentliche Erträge zu verzeichnen»

Während die Einkommens und Vermögenssteuern mit 9,2 Mio Fr. praktisch den Erwartungen entsprachen, gingen mit 1,2 Mio Fr. deutlich mehr Nachzahlungen ein als erwartet (44 Prozent über Budget). Die Aktiensteuern erreichten 0,38 Mio. Fr. (5 Prozent über Budget). Wegen eines buchhalterischen Sondereffekts sanken die Grundstückgewinnsteuern auf 0,27 Mio. Fr. (minus 28 Prozent gegenüber Budget).

Ein Rückgang ist bei den Quellensteuern zu verzeichnen. Diese sind im Vergleich zum Vorjahr 78'000 Franken tiefer. «Hier waren 2019 ausserordentliche Erträge zu verzeichnen, da das kantonale Steueramt hier grosse Rückstände aufarbeitete», heisst es seitens Gemeinde. Gegenüber 2019 um eine Hunderternote gesunken sind die Erträge bei den Hundesteuer. Es gingen netto 24'320 Franken ein.