Reichlich geschmückt mit vielen Lichterketten, Christbaumkugeln und Tannästen erschien der Jugendtreff Choo in Möriken wie ein Weihnachtswunderland. Am Freitagabend fand dort die jährliche «Xmas Party» statt. Zusammen mit den Jugendlichen mit geistiger Behinderung vom Verein Insieme wurde ausgiebig Weihnachten gefeiert. Über 80 Jugendliche fanden den Weg ins Choo. Mit einem Eintritt von fünf Franken konnten sie essen und trinken so viel sie wollten. «Wir möchten nicht Profit machen. Es geht darum, dass sich die Jugendlichen auch etwas leisten können», erklärte Karin Bertogg. Sie arbeitet bei der Arwo in Wettingen als Betreuerin und war für «Insieme» mit dabei.

Natürlich durften die Weihnachtsgeschenke nicht fehlen. «Ich habe kleine Duschgels eingepackt, die danach vom Samichlaus verteilt werden», erklärte Bertogg. Der Samichlaus, gespielt von einem Ex-Chooler, kam schliesslich schweren Schrittes die Treppe hinab in die Disco. Nach dem Überraschungsauftritt hatten drei Jugendliche eine Tanzeinlage vorbereitet. Marvin (15), Sandro (14) und Fabian (16) zeigten ihr Können im Breakdance. Als die Tanzfläche wieder frei war, traute sich einzig ein Mädchen mit geistiger Behinderung, alleine zu tanzen.

Die Jugendlichen mit geistiger Behinderung sind akzeptiert. Seit vier Jahren arbeitet der Jugendtreff Choo mit «Insieme» zusammen. «Wir wollten damals eine Party veranstalten und suchten einen geeigneten Raum dafür», erklärt Mary-Claude von Arx, Vereinspräsidentin. Durch Google ist sie auf den Jugendtreff in Möriken gestossen und konnte für 100 Franken die gesamten Räumlichkeiten mieten. Gleich darauf wurde sie angefragt, ob sie nicht weiterhin im Choo ihre Anlässe abhalten möchte.

«Inzwischen kommen bei unseren Treffen auch viele andere Jugendliche», sagte von Arx. «Man sieht den Unterschied nicht mehr», da waren sich auch Erich Slamanig und Bertogg einig. «Am Anfang gab es natürlich Berührungsängste», so Bertogg. Heute wissen die Jugendlichen, wie sie mit Behinderungen umgehen müssen.