Boniswil
Wohnblöcke sollen Familien ins Mitteldorf locken

Im Mitteldorf von Boniswil entstehen 100 Wohnungen. Und ein Baugesuch für zweite Etappe liegt auf.

Ann-Kathrin Amstutz
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100 Wohnungen werden im Mitteldorf gebaut – die Kindergärtler bestaunen die riesige Baugrube.

100 Wohnungen werden im Mitteldorf gebaut – die Kindergärtler bestaunen die riesige Baugrube.

zvg

Eine Baugrube gähnt im Mitteldorf – neugierig inspiziert von einer Schar Kindergärtler. Bald könnten noch mehr Kinder das Areal bevölkern, entstehen hier doch insgesamt 100 Wohnungen, die mehr Familien nach Boniswil locken sollen. In drei Etappen geht die Überbauung des Mitteldorfs vonstatten. Zuerst entsteht zwischen Seengerstrasse und Seetalstrasse der «Lindenhof Boniswil» – zwei Blöcke mit Mietwohnungen und ein Block mit Eigentumswohnungen zu Preisen zwischen 390 000 und 900 000 Franken. Bezugsbereit ab Sommer 2018.

Es sind die ersten Blöcke im malerischen Einfamilienhaus-Dorf Boniswil. Beginnt nun etwa ein Bauboom, wie ihn das Dorf noch nie gesehen hat?

Boniswil soll sanft wachsen

«Von einem Bauboom kann keine Rede sein», sagt Gemeindeschreiber Rudolf Holliger. «Nachdem die Einwohnerzahl in den letzten Jahren leicht rückläufig war, möchten wir nun den Baustillstand aufheben.» Das heisst: ein sanftes Wachstum von 1410 auf maximal 1700 Einwohner bis ins Jahr 2020.

Holliger erklärt das Konzept: «Entlang der Hauptstrassen bleiben die Häuser aus der Jahrhundertwende stehen. So verhindern wir eine zu massive Verdichtung und erhalten das Ortsbild.» Der Gemeinderat verfolge diese schonende Taktik seit 2009, als das Trassee der Seetalbahn und die Bahnübergänge aus dem Dorf hinausverlegt wurden.

42 Wohnungen für 12 Millionen

Während die «Lindenhof»-Blöcke gebaut werden, liegt das Baugesuch für die zweite Etappe an der Schulstrasse öffentlich auf – noch bis zum 1. Mai. Für 12 Millionen will die CPV/CAP Pensionskasse Coop Immobilien aus Basel vier Mehrfamilienhäuser bauen. Auf einer Fläche von gut 4000 Quadratmetern entstehen 42 Mietwohnungen (2,5- bis 4,5-Zimmer) sowie eine Tiefgarage mit 50 Parkplätzen. Zwei Häuser müssen dafür abgerissen werden. Die dreistöckigen Neubauten werden durch eine Wärmepumpe mit Erdsonde geheizt.

Ungewöhnlich ist der fünfeckige Grundriss der Häuser – eine optisch neue Form. Bäume und Blumenwiesen sorgen für viele Grünflächen, für Kinder gibt es geschützte Spielbereiche. Die kinderfreundliche Umgebung soll mehr Familien anlocken – auch das Schulhaus liegt gleich nebenan.

Im unabhängigen Fachgutachten der Brugger Architekten Architheke AG werden «die vielfältige ökologische Gestaltung» und «der kreative Vorschlag für eine zeitgemässe Verdichtung» gelobt. Das ist ganz im Sinne der Gemeinde Boniswil. «Wir möchten eine schöne Gesamtwirkung», sagt Rudolf Holliger. Ein Ziel, das auch bei der dritten Etappe im Vordergrund steht. Das Baugesuch dazu ist in Ausarbeitung.