Seetal
Wohin sollen die Hallwiler Bezler zur Schule?

Am Montag treten sechs Schülerinnen und Schüler aus Hallwil in die erste Bezirksschule Seengen ein. Ob sie dort bleiben können, ist ungewiss: Der Beschluss der Schulpflege Seengen ist wegen einer hängigen Beschwerde noch nicht rechtskräftig

Barbara Vogt
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Ungewissse Zukunft für die Bezirksschüler (Symbolbild)

Ungewissse Zukunft für die Bezirksschüler (Symbolbild)

Keystone

Die Schulpflege entschied, die Kinder ab Schuljahr 2012/13 aufgrund der Schülerzahlen und gemäss Vorschrift des Kantons nach Seon zu schicken. Das Bildungsdepartement bewilligte für die Bez-Standorte Fahrwangen, Seengen und Seon insgesamt sechs Abteilungen. Weil aber Seon die Mindestschülerzahl von 16 in seinen zwei Abteilungen nicht erreicht, müssen die sechs Schülerinnen und Schüler aus Hallwil nach Seon wechseln. Eine solche Schülerverschiebung erfolgte im Seetal bereits vor einem Jahr, als Schüler aus Meisterschwanden nach Seengen geschickt wurden.

Emotionen überschäumen

Damals warf das keine hohen Wellen, doch im vorliegenden Fall überschäumen die Emotionen: Die betroffenen Eltern wehren sich mit Händen und Füssen, dass ihre Kinder die Bez nicht wie gewohnt in Seengen besuchen können. Sie und der Gemeinderat Hallwil reichten beim Schulrat des Bezirks Lenzburg Beschwerde ein. Letztere wurde abgewiesen, mit der Begründung, dass die Behörde nicht legitimiert sei. Gemeinderätin Susanne Stumpf – gleichzeitig Mutter einer betroffenen Schülerin – sagt, dass sich die Gemeinde für ihre Einwohner eingesetzt habe. «Besuchen Kinder unterschiedliche Schulen, haben sie keine Chance, sich im Dorf zu verankern und die sozialen Kontakte weiterzupflegen. Entweder alle oder keiner.»

Auch die Beschwerde der Eltern wurde abgewiesen. Deshalb ziehen sie den Fall an den aargauischen Erziehungsrat weiter. Anders als der Bezirksschulrat sind alle betroffenen Eltern überzeugt, dass es zum jetzigen Zeitpunkt für die Umteilung der Kinder irrelevant sei, ob die Mindestschülerzahl erreicht werde. «Um einen qualitativ guten Unterricht zu gewährleisten, ist vielmehr wichtig, dass keine der Schulen die Obergrenze von 25 Schülern überschreitet.»

Die Beschwerdeführer befremdet es, dass die Umteilung der Kinder von der Schulpflege Seengen und nicht von derjenigen der betroffenen Wohngemeinde – also Hallwil – erfolgt sei. «Aus dem Schulvertrag zwischen Hallwil und Seengen geht klar hervor, dass die Schulpflege Hallwil für die Kinder zuständig ist, bis sie den Schulort wechseln.»

Die sechs Bezschüler gehen am Montag vorerst in die Schule Seengen. Seon hat den Eltern jedenfalls weder eine Klassenliste noch einen Stundenplan zugeschickt. Das erweckt bei den Eltern und den Kindern den Eindruck: «Die Seoner befürworten unsere Beschwerde.»