Sarina Hiltebrand (18)

Ich bin auf dem Weg zur Arbeit. Ich arbeite im Moment im McDonald’s in Lenzburg; das ist eine Zwischenlösung. Ich habe im letzten Sommer eine Lehre als Kleinkindbetreuerin begonnen. Aber die Kita wurde geschlossen und ich habe meine Lehrstelle verloren. Nächsten Sommer beginne ich nun eine Lehre als Floristin im Blumengeschäft Marsano am Paradeplatz in Zürich. Ich freue mich sehr darauf.

Kleinkinderzieherin oder Floristin sind meine beiden Wunschberufe. Damit ich in den nächsten paar Monaten etwas Geld verdiene, arbeite ich jetzt bis nächsten Juni im McDonald’s. Danach mache ich noch einen Monat Ferien. Ich weiss aber noch nicht, was ich in den vier Wochen unternehmen werde. Während der Festtage arbeite ich. Lediglich am 24. Dezember habe ich frei. Am 31. Dezember arbeite ich bis um sechs Uhr und dann am 1. Januar auch wieder.

Ich hoffe, ich werde nach dem Feiern nicht allzu erschöpft sein. Die Reise von Stetten an meinen Arbeitsplatz ist etwas mühsam. Die Verbindungen sind leider nicht gut – ich muss am Bahnhof Lenzburg lange auf den Bus warten. Ich habe nicht vor, im Sommer nach Zürich zu ziehen, also werde ich auch nach Zürich pendeln. Die Verbindungen sind aber viel besser.

Ich höre gerne Musik während der Zugfahrt. Zürich ist eine tolle Stadt. Ich gehe schon jetzt oft dorthin in den Ausgang. Während der Weihnachtszeit war ich auch am Weihnachtsmarkt auf dem Sechseläutenplatz. Weihnachten feiere ich im Kreis der Familie. Wir schenken uns auch Geschenke. Ich hatte aber bis jetzt noch keine Zeit, einkaufen zu gehen.

Meiner Mutter möchte ich Schmuck schenken. Was ich meinem Vater und meiner Schwester geben werde, weiss ich noch nicht. An Weihnachten essen wir entweder ein Fondue chinoise oder ein Raclette. Wir singen keine Weihnachtslieder und gehen auch nicht in die Kirche. Wir essen, und dann sitzen wir gemütlich beisammen und öffnen die Geschenke.

Meine Schwester und ich schauen auch immer gerne ‹Sissi› während der Festtage. An Silvester gehe ich mit meiner Familie nach Zürich. Wir wollen das Feuerwerk sehen. Vorsätze habe ich keine für das neue Jahr. Ich lasse es auf mich zukommen.»

Iris Erne (65)

«Ich bin heute Morgen früh aufgestanden und von meinem Zuhause im zürcherischen Schwerzenbach nach Staufen gefahren. Mit dem Zug. Schwerzenbach liegt ganz in der Nähe des Greifensees. Von Tür zu Tür dauert die Reise etwas mehr als eine Stunde. Um etwa viertel nach neun war ich bei meiner Tochter in Staufen.

Ich hüte heute meine Enkelsöhne Leon und Linus. Leon ist zwei und Linus erst fünf Monate alt. Leon geht noch nicht in die Kita. Er hat sich schon ganz gut an seinen neuen Bruder gewöhnt. Ich bin oft mit meinen Enkelkindern zusammen und gehe mit ihnen auf kleine Ausflüge. Heute sind wir mit dem Bus nach Lenzburg gekommen. Meine Tochter ist krank und ist deshalb nicht dabei.

Normalerweise sind meine Tochter und ich zu zweit unterwegs, weil wir für Leon auch einen Buggy mitnehmen. Mit den Kindern im Zug oder Bus zu reisen, geht eigentlich ganz gut. Ausser in Basel – der Bahnhof Basel ist sehr umständlich. Jetzt spazieren wir zum Coop. Ich mache eine Suppe und Gnocchi zum Mittagessen, und dafür brauchen wir noch ein paar Sachen. Am 24. Dezember feiern wir den Geburtstag meiner Tochter. Am 25. Dezember feiern wir in Staufen Weihnachten. Dann kommt die ganze Familie zusammen.

Ich habe noch eine zweite Tochter. Wir schenken einander eigentlich nichts. Wir schwimmen ja alle schon im Überfluss. Ich verschenke manchmal selbst gemachte Konfitüre. Die Grosskinder werden schon etwas erhalten. Leon hat dieses Jahr aber noch keine Wunschliste. Er bekommt noch nicht so richtig mit, was es mit Weihnachten auf sich hat. Traditionellerweise gibt es an Weihnachten bei uns Schinkli mit Dörrbohnen, Fondue bourguignonne oder Fondue chinoise. Dieses Jahr aber nicht. Mein Schwiegersohn ist aus Deutschland und er wünscht sich eine Gans. Ich weiss aber noch nicht, wer sie zubereitet.

Wir gehen nicht mehr in die Mitternachtsmesse. Als Kind ging ich jedes Jahr mit meinen Eltern in die Mitternachtsmesse. Mein Vorsatz für das neue Jahr ist: gesund zu bleiben. Und ich wünsche mir, dass die Menschen lieber zueinander sind und dass es mehr Frieden gibt auf der Erde.»

Tim Förderer (22)

«Ich bin auf dem Weg nach Hause. Ich war in Othmarsingen bei meinem Vater – wir haben zusammen gefrühstückt. Ich lebe seit letztem April in der Schweiz; mein Vater lebt schon seit zehn Jahren hier. Nach meiner Ausbildung zum biomedizinischen Analytiker habe ich mich entschieden, auch in die Schweiz zu kommen.

Die ersten vier Monate lebte ich bei meinem Vater in Othmarsingen. Seit August lebe ich alleine in Seon. Das Dorf gefällt mir sehr gut. Zudem habe ich schon einen netten Freundeskreis. Ein paar kenne ich von der Arbeit, ein paar andere von der Met-Bar in Lenzburg. Ich arbeite in Zürich am Universitätsspital.

Das Pendeln macht mir nichts aus, ich pendle rund eineinhalb Stunden täglich. Im Spital bin ich bei der Blutbank tätig. Ich analysiere das Blut und bestimme die Blutgruppe. Zudem untersuche ich, ob das Blut Antikörper hat und ob man das Blut für Transfusionen einsetzen kann. Es ist ein 24-Stunden-Labor, und deshalb arbeiten wir alle Schicht. Im Moment habe ich gerade Spätschicht.

Zürich ist eine aufregende Stadt. Ich war am Weihnachtsmarkt auf dem Sechseläutenplatz und im Hauptbahnhof. Der Baum im Hauptbahnhof ist sehr imposant, aber der Markt ist einfach überfüllt. Besonders wenn man einfach auf den Zug möchte, ist es mühsam.

Geboren und aufgewachsen bin ich in Homburg, im Saarland. Am 23. Dezember fahre ich nach Hause nach Homburg, um mit meiner Mutter, meiner Schwester und meinem Stiefvater Weihnachten zu feiern. Am 24. Dezember feiern wir im kleinen Kreis. Den Weihnachtstag verbringen wir mit der ganzen Familie: Dann kommen meine Oma, meine Tanten und Cousins, und wir essen gemeinsam zu Mittag. Am Stephanstag ruhen wir uns aus. Wir haben kein traditionelles Weihnachtsessen. Letztes Jahr hat mein Stiefvater eine Gans zubereitet. Das war sehr lecker.

Ich habe noch keine Geschenke besorgt. Meinem Stiefvater möchte ich einen guten Whisky kaufen. Für meine Mutter gibts etwas vom Weihnachtsmarkt. Letzte Woche habe ich mit meiner Schwester telefoniert und wir haben abgemacht, dass wir uns dieses Jahr nichts schenken. Ich habe eigentlich keine Weihnachtswünsche.

Meine Mutter und mein Stiefvater haben mir beim Einrichten meiner Wohnung geholfen und deshalb habe ich alles, was ich brauche. In meiner Wohnung habe ich keinen Weihnachtsbaum. Damit trotzdem etwas Weihnachtsstimmung herrscht, habe ich ein paar Kerzen auf dem Fenstersims. Die Reise von Zürich nach Homburg dauert rund fünf Stunden. Ich werde hoffentlich etwas schlafen. Ich verreise gleich nach meiner Nachtschicht.

Neujahr verbringe ich mit meinem Vater. Wir überlegen uns, an das Silvesterfeuerwerk nach Zürich zu gehen. Für 2019 nehme ich mir vor, wieder mit dem Speedskating zu beginnen. Ich habe im Alter von 4 bis 14 Jahren den Sport betrieben und dann leider damit aufgehört.»