Polit-Apéro

Wohin mit dem Brunegger Abfall?

Neu dabei: Susanne Rölli (l.) ist neue Gemeindeschreiberin Bruneggs und Nachfolgerin von Brigitte Woodtli. Zuvor war Rölli in Leutwil tätig. Susanne Richner, vorher ebenfalls in Leutwil/Hallwil, ersetzt die abtretende Finanzleiterin Manuela Hochuli.

Neu dabei: Susanne Rölli (l.) ist neue Gemeindeschreiberin Bruneggs und Nachfolgerin von Brigitte Woodtli. Zuvor war Rölli in Leutwil tätig. Susanne Richner, vorher ebenfalls in Leutwil/Hallwil, ersetzt die abtretende Finanzleiterin Manuela Hochuli.

Am Polit-Apéro wurde die neue Brunegger Gemeindeschreiberin vorgestellt und intensiv über die Entsorgung diskutiert.

Die Brunegger Gemeindepräsidentin Ruth Imholz Strinati will ein «Gspüri» für die Bedürfnisse der Einwohner bekommen. Vor allem, weil am 13. Juni die nächste Gemeindeversammlung in der Agenda steht. Deswegen fand am Donnerstagabend in der Mehrzweckhalle ein Polit-Apéro statt. Nach der Veranstaltung, an der teilweise ausgiebig und emotional diskutiert wurde, hat Imholz dieses «Gspüri» nun sicher.

Brunegg ist eine kleine Gemeinde mit 850 Einwohnern. Rund 80 davon versammelten sich, tranken Bier und Wein. Als erstes Thema wurde die Überarbeitung der Bau- und Nutzungsordnung angesprochen. Gemeindepräsidentin Imholz stellte dabei die Resultate eines Fragebogens vor, der die Zufriedenheit der Bevölkerung mit der Entwicklung des Ortsbilds evaluierte. Imholz sagte, die Einwohner wünschten sich ein moderates Wachstum, das weniger stark sein soll als bisher. Mehr als die Hälfte der Brunegger lehne ein Bevölkerungswachstum gar ganz ab. Imholz: «Der Gemeinderat wird probieren, einen Mittelweg zwischen kantonalen Vorgaben und dem Willen der Einwohner zu finden.» Dazu gab es nur wenige Wortmeldungen der Brunegger.

Abfall sorgt für Diskussionen

Anders als beim nächsten Punkt: die Entsorgung. Vize-Gemeindepräsidentin Beatrice Zandonella Klingele machte klar, dass mit der bisherigen Grundgebühr von 50 Franken nur die Kosten der Hauskehrichtabfuhr gedeckt werden können. Für die Sach- und Personalkosten der Entsorgung von PET, Glas, Altöl oder Grüngut reichen diese Einnahmen nicht. So entsteht jährlich ein Defizit; 2018 war es ein Minus von rund 10 000 Franken. Zandonella machte auch auf die Grüngutdeponie beim Brunegger Waldrand aufmerksam: «Dort wird nicht nur Grüngut abgeladen, sondern auch Kehricht, der nicht dorthin gehört.» Man müsste die Deponie überwachen lassen, was aber zu viel koste. «Das Depot entspricht sowieso nicht mehr den gesetzlichen Vorgaben», so Zandonella. Während ihrer Präsentation ging ein Raunen durch die Halle, die ersten Besucher ahnten, was als Nächstes kommen sollte: «Um die Kosten zu decken, müssten wir die Grundgebühr auf 100 Franken verdoppeln», so Zandonella. «Das ist aber nicht verursachergerecht.» Der Gemeinderat entschied sich für eine andere Lösung. Ab dem 1. Januar 2020 soll es in Brunegg keine Deponiestellen mehr für Grüngut, Glas, PET, Altöl und Weissblech geben. Auch ihr Altpapier werden die Brunegger künftig nicht mehr im Dorf los – die Schule schafft die Sammlungen ab. Neu sollen die Einwohner ihren Abfall in der Recyclinghalle der Firma M-Z an der Hauptstrasse deponieren. Dafür soll die Grundgebühr abgeschafft werden.

Problem: Mama- und Papataxis

Das kommt für die anwesenden Brunegger aber nicht infrage. Die Recyclinghalle sei zu weit weg, zu teuer, die Fahrt dorthin mit dem Auto zu umweltschädlich. Einige Anwesende würden lieber 100 Franken Gebühren zahlen oder mit anderen Dörfern zusammen eine Grüngutabfuhr organisieren. Gemeindepräsidentin Ruth Imholz: «Wir werden noch einmal über die Bücher gehen.» Sie schätze die Kritik der Bürger: «Genau das macht Brunegg aus. Hier reden die Leute mit. Das ist echte, direkte Demokratie.» An der übernächsten Gemeindeversammlung im Herbst wird über die Neufassung des Entsorgungsreglements abgestimmt.

Auch zu reden gab der Aufruf des Gemeinderats Jörg Vogelsang: Er machte die Anwesenden darauf aufmerksam, künftig auf «schnell fahrende Mama- und Papataxis» zum Schulhaus zu verzichten. «Brunegg ist so klein, da können die Kinder doch laufen.»

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