Staufen
Woher bezieht die Gemeinde Staufen in Zukunft das Wasser?

Das aus dem Jahre 1929 stammende Pumpwerk Bleichimatt muss ersetzt werden. Der Gemeinderat prüft mehrere mögliche Varianten: entweder Anschluss an andere Wasserversorgungen oder Neubau einer eigenen Grundwasserfassung im Asp oder im Zelgli.

Hanny Dorer
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Die Konzession für das Grundwasserpumpwerk Bleichematt läuft aus und kann nicht verlängert werden.

Die Konzession für das Grundwasserpumpwerk Bleichematt läuft aus und kann nicht verlängert werden.

Aargauer Zeitung

Aufgrund des Bevölkerungswachstums und weil die Konzession für das Grundwasserpumpwerk Bleichimatt demnächst ausläuft, hat die Gemeinde Staufen einen Untersuchungsbericht über die ganze Wasserversorgung erstellt. Gemeindeammann Otto Moser orientierte am Polit-Apéro über dessen Resultate.

Gegenwärtig besteht die Wasserversorgung Staufen aus dem Grundwasserpumpwerk Bleichimatt, 7 Quellen im Bettenthal, dem Reservoir Staufberg und der Notwasserverbindung mit Lenzburg. Das gesamte Leitungsnetz (ohne Hausanschlüsse) ist rund 20 Kilometer lang.

Ersatz Bleichimatt unumgänglich

Das bestehende Grundwasserpumpwerk Bleichimatt ist seit 1929 in Betrieb und fördert rund 1500 Liter pro Minute aus dem Grundwasserträger des Aabachtals. Die Konzession für dieses Pumpwerk wird jedoch nicht erneuert, weil es an dieser Stelle nicht möglich ist, die notwendigen Schutzzonen einzurichten.

Für die Wasserbeschaffung gibt es grundsätzlich vier Möglichkeiten:

Netzverbund mit der Wasserversorgung Lenzburg

Netzverbund mit der Wasserversorgung Schafisheim

Neubau Grundwasserfassung im Gebiet Asp

Neubau Grundwasserfassung im Gebiet Zelgli

Abklärungen mit Schafisheim haben jedoch ergeben, dass ein Anschluss von Staufen schwierig wäre, weil schon Coop mit seinem Neubau einen enormen Wasserbedarf hat.

Der Anschluss an Lenzburg wäre einfach zu realisieren, weil die Verbindungen bereits bestehen. Einzig der Druck müsste erhöht werden, weil das Reservoir Staufberg höher liegt als das Lenzburger Reservoir. Geschätzte Kosten: 500 000 Franken. «Aber», schränkte Moser ein, «wir wären fremdbestimmt.» Der Wasserpreis würde von Lenzburg festgelegt, das Wasser käme aus dem Aaregrundwasserstrom, aus dem die ganze Region ihr Wasser bezieht – es gäbe also keine Ausweichmöglichkeit mehr. «Auch ist die Einkaufssumme noch unbekannt.»

Bei einer Grundwasserfassung im Asp (Nähe Holzschopf) käme das Wasser wie bisher aus dem Aabachstrom, wobei mittels Bohrungen noch abzuklären ist, ob es hier genügend Wasser gibt. Im Zelgli wäre dank Aaregrundwasserstrom sicher genügend Wasser vorhanden. Der Nachteil ist hier die Nähe der Kiesgrube und der Aarauerstrasse.

Erste Meinungsäusserungen gingen eher in Richtung Selbstständigkeit; vielen ist eine eigene Wasserversorgung wichtig. Der Nachteil dabei sind die höheren Kosten von rund 2 Mio. Franken, abzüglich Verkaufserlös des Bleichimattareals.

Reservoir Staufberg in Ordnung

Mit einem Fassungsvermögen von 1700 Kubikmetern (davon sind 450 Kubikmeter Löschreserve) genügt das Reservoir Staufberg auch bei 4100 geschätzten Einwohnern im Jahre 2050 noch. Sanierungsbedarf besteht hingegen bei Leitungen, die von 1919 bis 1979 erstellt wurden und nach heutigen Erkenntnissen falsch eingebettet sind. Geplant ist, jedes Jahr 350 bis 500 Meter Leitungen zu sanieren oder erneuern.

Vier bestehende Stichleitungen sollen ausserdem mit dem Ringleitungssystem verbunden werden. Ein weiteres Ziel ist die Verminderung der Leckagen von heute 35 bis 40 auf höchstens 10 bis 20 Prozent.