Fahrwangen
Wird der Bärenplatz schon bald zu einer Begegnungszone?

Mit dem kommunalen Gesamtplan Verkehr will der Gemeinderat für mehr Sicherheit sorgen und entwickelt gleichzeitig Visionen für die zentrale Kreuzung. Erst müssen sich Kanton und Gemeinde aber noch finden.

Fritz Thut
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Gemeinderat Christian Tschannen vor dem Fahrwanger Bärenplatz, für den Visionen entworfen wurden. tf

Gemeinderat Christian Tschannen vor dem Fahrwanger Bärenplatz, für den Visionen entworfen wurden. tf

Auf dem Weg vom Bärenplatz zurück zum Gemeindehaus grüsst der Fahrwanger Gemeinderat Christian Tschannen einen humpelnden Knaben: «Was hast du gemacht? Unfall beim Tschutten?» – «Nein, nein», wehrt der Bub ab, «ich bin angefahren worden, da unten bei der Schule»; er deutet die Aescherstrasse hinunter.

«Sehen Sie? Genau deshalb braucht es eine Verkehrsplanung: Damit unsere Strassen sicherer werden», betont Tschannen zum Journalisten, dem er vorher erklärt hat, weshalb Fahrwangen als eine der ersten Gemeinden im Westteil des Kantons einen Kommunalen Gesamtplan Verkehr (KGV) ausarbeitet. Dieses neue, mit dem revidierten Baugesetz eingeführte Instrument ermöglicht Gemeinden, die örtlichen Verkehrs- und Mobilitätsaspekte ganzheitlich zu betrachten.

Vorschläge kamen gut an

Als in Fahrwangen im Jahr 2009 der Beschluss gefasst wurde, die Verkehrsprobleme systematisch anzugehen, nahm man das KGV-Modell gerne an: «Wenn wir schon etwas machen, dann gleich richtig», blickt Gemeinderat Tschannen zurück. Damals standen Sicherheitsaspekte im Vordergrund, inzwischen sind Bereiche wie öV, Parkierung, Velorouten und Langsamverkehr dazugekommen.

Die Präsentation der zusammengetragenen Vorschläge wurde der interessierten Öffentlichkeit präsentiert. Der Info-Anlass war gemäss Tschannen ein «grosser Erfolg». Nun läuft bis zum 20. September noch das Mitwirkungsverfahren, bei dem jeder Einwohner Eingaben machen kann. Der weitere Zeitplan sieht im Oktober oder November den Beschluss des Gemeinderates und anschliessend bis Ende Jahr die Absegnung durch den Kanton vor.

Kein Papiertiger

Dem Fahrwanger Verkehrsgemeinderat ist es ein grosses Anliegen, dass der KGV kein Papiertiger bleibt. Die ersten im behördenverbindlichen Papier vorgeschlagenen Massnahmen sollen schon im nächsten Jahr umgesetzt werden. Ein entsprechender Posten ist im Budget 2014 vorsorglich eingestellt.

Christian Tschannen denkt da in erster Linie an einfachere Massnahmen wie etwa Rechtsvortrittmarkierungen. Die Verkehrskommission soll weitere Massnahmen priorisieren und vielleicht ein Vorgehen zur quartierweisen Einführung von Tempo 30 festlegen.

Bärenplatz entschärfen

Ein eher längerfristiges Projekt ist die Entschärfung des Bärenplatzes. Diese zentrale, versetzte Kreuzung soll gemäss einer im KGV festgeschriebenen Vision zu einer Begegnungszone werden. Aktuell wird der Bärenplatz von rund 8000 Fahrzeugen pro Tag passiert. Schwere Unfälle gab es in jüngster Vergangenheit keine; aber viele Blechschäden, etwa am letzten Mittwoch als ein Lastwagen und ein Auto zusammenstiessen. «Wir wollen nicht warten, bis etwas passiert», umschreibt der zuständige Gemeinderat den Handlungsbedarf.

Tschannen ist sich bewusst, dass hier noch viele Verhandlungen zwischen dem Kanton als Strasseneigentümer und der Gemeinde anstehen: «Beide Parteien werden sich finden müssen.» Zuversichtlich stimmt ihn, dass die entsprechende Vision bei der ersten Lesung durch den Kanton sanktioniert wurde: «Das macht uns Mut für dieses mutige Vorhaben.»

Als Vorbild für die mögliche Gestaltung – auch für einen «Platz zum Verweilen» – dient die Berner Gemeinde Köniz. Doch Christian Tschannen weiss, dass neben dem Faktor Zeit auch das Geld eine wichtige Rolle spielen wird: «Fahrwangen ist ja finanziell nicht gerade auf Rosen gebettet.» So wird die Vision Begegnungszone Bärenplatz frühestens in fünf bis zehn Jahren Realität.

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