Verkehrssicherheit
Wir zeigen, wo es in Lenzburgs Strassen gefährlich ist

Verkehrsexperten machen auf dem städtischen Schulwegnetz 40 kritische Stellen aus. Das Beispiel Kantonsstrasse Bleicherain/Aarauerstrasse zeigt, wo es für Fussgänger und Velofahrer gleichermassen riskant ist.

Ruth Steiner
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Von der Kantonsstrasse her fährt der Schüler ins Wohnquartier, hier in die Neumattstrasse, hinein. Sandra Ardizzone

Von der Kantonsstrasse her fährt der Schüler ins Wohnquartier, hier in die Neumattstrasse, hinein. Sandra Ardizzone

Sandra Ardizzone

Die Sicherheit auf den Lenzburger Schulwegen ist seit Jahren ein Dauerthema. Mit der Neuorganisation der Schulstandorte auf die Kompetenzzentren Angelrain für die Primarstufe und Lenzhard für die Oberstufe ist die Diskussion von Neuem befeuert worden.

Bei einem Meinungsaustausch mit besorgten Eltern von Kindern, deren Schulweg sich durch diese Umorganisation verlängert, versprach der Stadtrat im August 2013, die Schulwege zu prüfen und allfällige Massnahmen zu deren Sicherung einzuleiten.

Das ist in der Zwischenzeit geschehen. Die Verkehrskommission und Planungsfachleute des Verkehrsplanungsbüros Metron in Brugg haben in einem Zwischenbericht einen umfangreichen Katalog präsentiert mit rund 40 gefährlichen Stellen auf dem Lenzburger Strassenverkehrsnetz und Vorschlägen zu deren Entschärfung (az vom 24. 6.).

Auf das neue Schuljahr hin sind die in alleiniger Kompetenz der Stadt liegenden Verbesserungen ausgeführt, sagt Christian Brenner vom Tiefbauamt Lenzburg und zuständig für die technische Strassen-In-
frastruktur. Mittelfristige Anpassungen stünden im Verlaufe der nächsten Monate auf dem Plan.

Hotspot-Beispiel Kantonsstrasse

Zu den im Bericht aufgelisteten Hotspots gehört die Kantonsstrasse vom Knoten Bleiche bis zur Einmündung Wiligraben. Hier befinden sich auf einer kurzen Distanz gleich drei risikoreiche Querungen aus und in Quartierstrassen (siehe Plan). Diese Strecke wird von Schülern zu Fuss und mit dem Velo benutzt. Die unklare Situation für die Verkehrsteilnehmer kann zu Friktionen mit dem übrigen Strassenverkehr führen. Wie die Verkehrskommission in ihrem Bericht festhält, bestehen an diesen Strassenquerungen folgende Mängel: Die Zufahrt zur Angelrain-Anlage ist für Radfahrer nicht klar geregelt, es fehlen Querungshilfen, die Strecke ist ungenügend beleuchtet und auf dem Gehweg befindet sich eine Bushaltestelle.

AZ

Zur Entschärfung der kritischen Situation für Fussgänger und Velofahrer auf diesem Abschnitt der Kantonsstrasse werden im Fachbericht folgende Massnahmen vorgeschlagen:

Bleicherain/Gartenstrasse (1):

Optimierung der bestehenden Querung mit einer Velofurt. Das ist ein markierter Radstreifen bei risikoreichen Abzweigungen. Für eine allfällige Umsetzung sind laut dem Tiefbauamtschef noch genauere Planungsarbeiten nötig.

Aarauerstrasse/Neumattstrasse (2):

Verschieben beziehungsweise Aufheben der Bushaltestelle und Verbesserung des bestehenden Fussgängerstreifens. Voraussichtlich im nächsten Jahr soll hier eine Pinsel-Insel erstellt und der Bus-Stopp aufgehoben werden.

Aarauerstrasse/Wiligraben (3):

Erstellen eines Mehrzweckstreifens und einer Insel. Dies erleichtert Fussgängern und Velofahrern die Querung der Aarauerstrasse. Der Bau des Mehrzweckstreifens könnte in diesem Fall gleichzeitig mit der geplanten Sanierung der Strasse durch den Kanton erfolgen. Die notwendigen Mittel dazu sind im aktuellen Finanzplan von Lenzburg für 2019 eingestellt.

Der vollständige Zwischenbericht «Erhöhung Verkehrssicherheit der Schülerinnen und Schüler im Fuss- und Veloverkehr» kann unter der Rubrik «Infos» auf www.schule-lenzburg.ch abgerufen werden.

Auch wenn in der kommenden Zeit die Sicherheit auf den Lenzburger Schulwegen weiter verbessert werden soll, appelliert Christian Brenner weiterhin an die Verantwortung der Verkehrsteilnehmer. «Wir müssen schauen, dass Busse, Autos, Velos und Fussgänger aneinander vorbeikommen.» Ohne Kompromisse und gegenseitige Rücksichtnahme sei dies jedoch nicht möglich.

Schlüssel zur Risikobegrenzung und zu unfallfreien Schulwegen sind laut Brenner eine gute Verkehrserziehung der Kinder, die optimale technische Ausrüstung der Hotspots und die laufende Kontrolle beider. Zuständig dafür seien Strasseneigner (Kanton und Stadt), Regionalpolizei, Schule und nicht zuletzt auch das Elternhaus. Keine Lösung sei ein elterlicher Taxi-Dienst: «Auf dem Schulweg gemachte Erfahrungen tragen zur sozialen Entwicklung des Kindes bei.»

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