Einen sensationellen Erfolg durfte die A-Band der Brass Band Imperial Lenzburg am vergangenen Wochenende feiern. Am Schweizerischen Brass-Band-Wettbewerb in Montreux setzten sich die Lenzburger gegen 18 konkurrierende Formationen aus der gesamten Schweiz durch und sicherten sich innerhalb der 1. Spielklasse den 1. Rang. Zuletzt gelungen war der Band dieses Glanzstück im Jahr 1979.

Man sei grundsätzlich mit einem guten Gefühl nach Montreux gereist, sagt Pascal Koller, der Präsident der Brass Band Imperial (BBI), drei Tage nachdem man den Siegerpokal in die Höhe stemmen durfte. «Die Band hat sich in den letzten Jahren unter Dirigent Rafael Camartin stetig weiterentwickelt.» Und trotzdem bestehe im Vorfeld eines Wettbewerbs immer auch ein Unsicherheitsfaktor, so Koller weiter. «Man weiss ja nie, was die anderen Bands machen, wie gut sie vorbereitet sind und spielen.»

Der härteste Wettbewerb

Jeweils am letzten Wochenende im November findet der Schweizerische Brass-Band-Wettbewerb in Montreux statt. Über 60 Bands und rund 1800 Musikanten messen sich in fünf Spielklassen. Neben der BBI war in der 1. Spielklasse auch die AEW Brass Band Fricktal aus dem Aargau in den Kanton Waadt gereist. Die Fricktaler belegten den fünften Schlussrang.

Der Brass-Band-Wettbewerb in Montreux dürfe, so Pascal Koller, als der wichtigste und der am härtesten umkämpfte der Schweiz bezeichnet werden. Dementsprechend gross ist auch die Bedeutung, welche die Brass-Band ihrem Sieg beimisst. «Auf diesen Erfolg haben wir all die Jahre hingearbeitet», sagt der Präsident. Rafael Camartin, der die Brass-Band seit sechs Jahren dirigiert, fasst die Stimmung innerhalb des Korps zusammen: «Im Moment schweben wir alle wie auf einer Wolke und sind einfach nur glücklich.»

Mentale Entwicklung

Zu meistern galt es für die BBI am vergangenen Samstag kurz nach 13 Uhr im Auditorium Strawinski das Aufgabenstück «L’Effet Divers» des niederländischen Komponisten Stan Nieuwenhuis. Die beiden Brass-Band-Experten Iwan Fox und Malcolm Wood schreiben auf der Fachseite «4barsrest.com» über den Vortrag der BBI, es habe in diesem viel zu geniessen gegeben. Ein ausgeprägtes Gefühl des Verlustes und des Erblühens seien zu hören gewesen.

Am Ende des Vortrages sei er vor allem einmal erleichtert gewesen, sagt Rafael Camartin. «Die Belastung für den Dirigenten ist enorm.» Aber auch Zufriedenheit habe sich eingestellt. «Wir konnten, mit wenigen Abstrichen, die es immer zu machen gibt, alles musikalisch so umsetzen, wie wir uns das vorgestellt haben.»

Während der Vorbereitung auf den Auftritt in Montreux hat Rafael Camartin sehr viel an den Details des Aufgabenstückes gearbeitet. Daneben legte er grossen Wert auf die mentale Entwicklung seiner Musikanten. «In den Bereichen Ausdauer und Konzentration musste das Korps Grosses leisten. Denn was wir machen, das ist eigentlich ein Spitzensport.»

An der Probe von vorgestern hat die Brass Band bei einem Apéro auf ihren Triumph angestossen. Gemeinsam mit dem Publikum will die BBI ihren beeindruckenden Erfolg am Neujahrskonzert in Möriken zelebrieren.