Schulhaus
«Wir hätten es gern günstiger gehabt»

Mühlematt-Schulhaus ist für den 12,5 Millionen Kredit und die Etappierung für das neue Schulhaus Mühlematt.

Fritz Thut
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«Gut 12 Millionen Franken sind kein Schleck»

«Gut 12 Millionen Franken sind kein Schleck»

Alle waren sich einig, dass es das neue Schulhaus Mühlematt auf dem Lenzburger Angelrain-Areal braucht – und trotzdem entspann sich im Einwohnerrat eine der «lebhaftesten Debatten der letzten Jahre», so EVP-Vertreter Marcel Spörri.

Grund für die ausgiebige Diskussion waren die unterschiedlichen Ansichten im Rat, wie die grossen Investitionen (aktuell wurde über einen Verpflichtungskredit von 12,5 Millionen Franken für die erste Etappe des Schulhaus-Neubaus entschieden) mit der kritischen Finanzsituation der Stadt Lenzburg in Einklang zu bringen seien.

Raumbedarf unbestritten

Jacques Isler (fdp) lieferte als Sprecher der Geschäftsprüfungs- und Finanzkommission (GPFK) in seinem Eintretensreferat nochmals die wichtigsten Gründe, weshalb das neue Schulhaus nötig ist («Lenzburg hat überhaupt keine Schulraumreserve und viel zu wenig Gruppenräume; künftig umfasst die Schule 69 Abteilungen, Platz hat es aktuell nur für 61») und weshalb das vom Stadtrat vorgeschlagene Projekt und das Vorgehen sinnvoll sind.

Die GPFK habe Sparmöglichkeiten am Bau geprüft und beim Nachfragen erfahren, dass bereits massiv abgespeckt wurde; eine erste Version ging von Kosten von 13,8 Millionen Franken aus. «Weitere Einsparungen hätten einen Qualitätsabbau zur Folge», so Isler.

Politik will das Schulhaus

Die ersten Fraktionssprecher fanden denn auch mehrheitlich lobende Worte für den dicken Investitionsbrocken. Linda Kleiner (sp): «Wir stehen hinter dem Projekt.» Myriam Schläpfer (evp): «Wir müssen in die Zukunft, unsere Kinder, investieren. Vor allem das Lichtkonzept hat mich überzeugt.»

Urs Egloff (cvp): «Wer A (Wachstum) sagt, muss auch B (Investieren in die Infrastruktur) sagen. Wir hätten es gern günstiger gehabt, aber im Vergleich mit anderen Projekten stimmt der Kubikmeterpreis.»

Streit um 1,3 Millionen Franken

«Wir können diesen Kredit nicht einfach durchwinken», erklärte Brigitte Vogel (svp) und stellte im Namen ihrer Fraktion einen Rückweisungsantrag.

Sie verlangte eine Überarbeitung der Vorlage mit dem gleichzeitigen Realisieren der zweiten Etappe und eine detaillierte Auflistung aller finanziellen Konsequenzen. Mit dem Verzicht auf eine zeitliche Staffelung könnten die reinen Baukosten für Mühlematt 1 und 2 um 1,3 Millionen gesenkt werden. Und die Chance auf eine solche Einsparung könne sich die Stadt Lenzburg schlicht nicht entgehen lassen.

Verschiedene Redner erwähnten in der Folge, dass die Etappierung doch Sinn mache: Die zweite Etappe sei noch nicht dringend, man könne später auf veränderte Rahmenbedingungen reagieren. «Nicht nur das Gebäude, auch das Vorgehen des Stadtrates ist gut durchdacht», meinte etwa Michael Madöry (sp).

Verzögerung von neun Monaten

Wenn jetzt auch die zweite Etappe realisierungsreif projektiert werden müsse, verliere man rund ein Dreivierteljahr, rechnete Vizeammann und Schul-Stadtrat Daniel Mosimann vor. Und dies sei verhängnisvoll, verzögere sich doch dadurch auch die seit Jahren anstehende Sanierung des Bezirksschulhauses über Gebühr.

Ausserhalb der eigenen Fraktion fand der SVP-Rückweisungsantrag kaum Unterstützung und fiel mit 9 zu 23 Stimmen durch. In der Schlussabstimmung setzte sich der Verpflichtungskredit ohne Gegenstimmen mit 26 Ja und 9 Enthaltungen durch.

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