Domenico Andrizzi hat anstrengende Wochen hinter sich. «Ich habe meinen Körper, Kopf und mein Herz in dieses Lokal gegeben», sagt er und schmunzelt. «Von sechs Uhr morgens bis ein Uhr nachts war ich hier, so viel Arbeit gab es.» Alles, was er sich gegönnt habe, sei ab und zu ein Nickerchen auf dem Bänkli in der Ecke gewesen.

Domenico Andrizzi ist der neue Wirt in der ehemaligen «Pizzeria Da Pasquale» an der Seetalstrasse 97. Über ein Jahr ist es her, seit hier der Pizzaofen zum letzten Mal eingeheizt wurde. Damals noch von Pasquale und Lucia Serratore. Viele bedauerten den Wegzug des Wirtepaars, denn das italienische Lokal erfreute sich in der Region grosser Beliebtheit.

Vor einigen Wochen erfolgte unter dem Namen «Ristorante Peperosso» die Wiedereröffnung der früheren «Braui». Domenico Andrizzi und sein Bruder Cristian sind unter guten Vorzeichen gestartet: «Der gute Name unseres Vorgängers ist positiv für uns. Die Leute sind neugierig und kommen einmal vorbei.»

Doch wenn sie ein zweites und drittes Mal kommen, ist es das Verdienst des neuen Wirtes. Und bis jetzt scheint es gut zu laufen: «Wir haben jetzt schon Gäste, die zweimal pro Woche kommen. Und am Sonntag waren wir ausgebucht.» Andrizzi freut sich über den gelungenen Start.

Pinguin aus einer Aubergine

Der Familie Andrizzi liegt die italienische Gastfreundschaft am Herzen. «Wenn die Gäste glücklich sind und das Lokal mit einem Lächeln verlassen, bin ich auch zufrieden», sagt der Wirt. «Das ist unsere Philosophie.»

Er und sein Bruder wuchsen in Kalabrien auf. Von Kindesbeinen an halfen sie im elterlichen Hotelbetrieb mit. Domenico Andrizzi vollendete seine Kochkunst beim Sternekoch Domenico Longo. Dort habe er viel gelernt, unter anderem, wie aus einem Kürbis eine Blume oder aus einer Aubergine ein Pinguin geschnitzt wird.

Seit sechs Jahren wohnt Domenico Andrizzi mit seiner Ehefrau Lara und den vier Kindern in Niederlenz. Sie ist hier geboren und aufgewachsen, und Lara war es auch, die wieder in die Schweiz ziehen wollte: «Sie hat gesagt, dass die Kinder hier eine bessere Zukunft haben.» Manchmal vermisst Andrizzi jedoch seine Heimat. Vor allem das Meer, die reifen Früchte und die intensiven Düfte Kalabriens.

Die Gaststube ist komplett neu renoviert. Der Boden, die Stühle, die Lampen, das Buffet, ja sogar der Pizzaofen – alles ist neu. Einige der Bilder, die an den Wänden hängen, hat Domenico Andrizzi selbst gemalt.

Als Hobby greift er gerne zu Pinsel und Staffelei. Neben seinem Bruder und ihm selbst arbeiten zwei Kellnerinnen und ein Pizzaiolo im «Peperosso». Und an den Wochenenden kommen Aushilfen hinzu.