Seetal
Wieso kommen 4 russische Spitzen-Volleyballerinnen zu Dynamo SeeWy?

Bei den 1.-Liga-Volleyball-Frauen Dynamo SeeWy spielt am Samstag ein Quartett aus dem Osten. Mit ihrer Unterstützung gewann das junge Team schon zwei Spiele ohne Satz-Verlust – gelingt das auch gegen den Kantonsrivalen?

Fritz Thut
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Die vier Russinnen Olga Fateeva, Natalia Rogacheva, Maria Zhadan, Sandra Frik (von links) verstärken Dynamo SeeWy und spielen morgen im Derby gegen Frick.

Die vier Russinnen Olga Fateeva, Natalia Rogacheva, Maria Zhadan, Sandra Frik (von links) verstärken Dynamo SeeWy und spielen morgen im Derby gegen Frick.

zvg

Noch nie wurde die 1.-Liga-Volleyball-Mannschaft Dynamo SeeWy ihrem Namen so gerecht wie jetzt: Beim Kantonsderby gegen Frick morgen Samstag um 18 Uhr in der Sporthalle Seengen verstärken vier russische Spielerinnen, drei davon ehemalige Profis in den Nationalteams, die dezimierte einheimische Equipe.

8 Jahre gibt es Dynamo SeeWy inzwischen schon. Der «Dachverein wurde durch die Volleyballklubs Los Unidos, VBC Seengen, VBC Seon und Volley Wyna im Frühjahr 2007 gegründet. Der Name wurde von Dynamo Moskau abgeleitet. Dieses Team wurde am Champions-League-Final in Zürich von Erich Wiedmer als Team-Guide begleitet. Der Zusatz «SeeWy» ist die Abkürzung für Seetal und Wynental.

Beziehungen spielen lassen

Wie kommen russische Ausnahmespielerinnen dazu, hier Volleyball zu spielen? Die Erklärung liefert Erich Wiedmer, der Präsident des Damen-Volleyballklubs Dynamo SeeWy: «Um unser junges Team zu unterstützen, wurden die freundschaftlichen Beziehungen zum russischen Damenvolleyball genutzt, um drei ehemalige Profispielerinnen und eine Germanistikstudentin in die Schweiz einzuladen.»

Und nun sind sie da: Olga Fateeva, Weltmeisterin mit Russland 2010 in Japan; Maria Zhadan, die damals zum erweiterten Nationalkader gehörte; Natalia Rogacheva, die als Mittelblockerin bei verschiedenen russischen Teams im Europacup spielte und die Studentin Sandra Frik. «Sie helfen uns drei Wochen aus», so Wiedmer.

Doch die Trainings und die Meisterschaftspartien für Dynamo SeeWy sind für die Gäste aus Russland nicht die Hauptsache: «Sie werden vor allem die Schweiz bereisen und in dieser Zeit ihre ehemaligen russischen Volleyball-Kolleginnen besuchen können, welche bei Voléro Zürich unter Vertrag stehen», so Erich Wiedmer.

Private Unterkunft in Egliswil

Für das Teilzeit-Engagement der russischen Verstärkungen flossen übrigens keine Riesensummen. SeeWy-Präsident Wiedmer liess seine guten Beziehungen spielen: «Sie erweisen mir so einen Freundschaftsdienst. Wir kennen uns schon seit acht Jahren und habe für sie auch schon Reisen nach Kamschatka in Fernostrussland organisiert – dies ist nun die ‹Retourkutsche›.»

Die drei Ex-Profispielerinnen, die alle gut 30 Jahre alt sind, logieren gratis bei Wiedmers Mutter Hanni in Egliswil. Die Studentin wohnt drei Monate in der Wohnung einer Mitspielerin in Meisterschwanden. Zwei Autos werden von dem Verein nahestehenden Personen gratis zur Verfügung gestellt. So verbleiben dem Verein die Transfer- und Lizenzgebühren von rund 1500 Franken, die übers Budget laufen.

Wiedmers «Hilferuf» erfolgte, weil Dynamo SeeWy nach dem knapp verpassten Aufstieg nach der letzten Saison einen grossen Aderlass erleiden und nun weitere Absenzen hinnehmen musste.

Die ersten Einsätze des Russland-Quartetts beflügelten das junge Rest-Team: Nach drei Startniederlagen gab es mit der Verstärkung zwei 3:0-Siege. Morgen soll gegen Kantonsrivale und Tabellennachbar Frick ein weiterer Erfolg folgen.